Mieter beklagen zu hohe Nebenkosten

Eigentümer und Bewohner sollten zusammen nach Möglichkeiten zur Senkung der Ausgaben suchen

Für eine Eigentumswohnung als Anlageobjekt nehmen Vermieter teilweise hohe Kredite in Kauf. Kommt es dann zur jährlichen Betriebsnebenkostenabrechnung, haben viele Mieter in Deutschland nach ihrer eigenen Einschätzung das Gefühl, zu hohe Nebenkosten für ihre Wohnung zu zahlen.

Fast zwei Drittel vermuten, dass es erhebliches Sparpotenzial bei Strom, Gas, Wasser, Müllabfuhr oder Hausmeisterdiensten gibt. 36 Prozent attestieren ihrem Vermieter Untätigkeit bei der Verpflichtung, die sogenannte zweite Miete so gering wie möglich zu halten. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Studie von TAG Immobilien gemeinsam mit der TU Darmstadt. Dazu wurden 1000 Mieter in Deutschland befragt.

„Mit Sorge blicken die Mieter der jährlichen Nebenkostenabrechnung entgegen, denn fast immer sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, sagt Immobilienexperte Prof. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. Seiner Meinung nach haben die Immobilienunternehmen die zweite Miete bisher zu wenig im Blick. Sie stellt für sechs von zehn Mietern jeden Monat eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

Nach Meinung Schierecks könnten Vermieter und Hausbewohner gemeinsam an Kostensenkungen arbeiten. Mieter können aus der alltäglichen Wahrnehmung in ihrem Wohnumfeld wertvolle Anregungen zu Einsparungen von Nebenkosten geben. Ansprechpartner könnten auch die Hausmeister sein, deren Dienste auch die TAG seit 2012 zunehmend in das eigene Unternehmen integriert hat. Mit Erfolg, denn dadurch ergaben sich Kostensenkungen für beide Seiten.