Heimwerken

Fünf Schritte zur neuen Silikonfuge

Sprödes Material sollte ausgewechselt werden. Wer dabei aber Fehler macht, haftet auch

Schon kleine Risse in Silikonfugen können teure Folgen haben. Dringt durch sie Nässe in die Bausubstanz ein, kann sich leicht Schimmel bilden. Daher müssen Heimwerker das Fugenmaterial immer mal wieder austauschen.

Mieter können die Arbeit aber an ihre Vermieter abgeben – und sie sollten es auch. Darauf weist Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin hin. Denn wer gemietetes Inventar auf eigene Faust repariert und dabei beschädigt, kann vom Vermieter belangt werden.

Silikonentferner löst Reste

Der Heimwerker sollte auch ehrlich zu sich selbst sein: Kann ich das? Speziell im Bad haben die Fugen eine wichtige Funktion. Sie dichten gegen Wasser ab. „Kleine Reparaturen sind für Laien okay“, sagt Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). In Bereichen, wo Nässe in die Wand eindringen kann, rät er aber zum Fachmann. „Denn dort muss sehr genau gearbeitet werden.“

Der Heimwerker geht folgendermaßen vor: Zunächst wird altes Silikon entfernt, am besten mit einem Messer, das an beiden Seiten geschärft ist. Solche Modelle gibt es im Baumarkt. Wo die Klinge nicht weiterkommt, hilft spezieller Silikonentferner, der die Reste aus den Fugen löst, erklärt Michael Pommer von der DIY-Acedemy. Sie können nach der Behandlung einfach mit einem Putzlappen abgewischt werden. Danach wird die Stelle am besten mit Waschbenzin entfettet. Die Fuge muss trocken sein, bevor neues Material eingefüllt wird. Als nächstes muss man das zu verwendende Material auswählen.

Grundsätzlich unterscheidet der Fachmann zwischen fett, neutral sowie sauer vernetzten Silikonen. Letztere seien für Keramik geeignet, sagt Pommer. Natursteine wie Marmor greifen diese Silikone aber an. Sie vertragen die neutral vernetzten Produkte am besten. Fett vernetzte Silikone eignen sich unter anderem für Glas.

Gutes Silikon sollte später um nicht mehr als zehn Prozent schrumpfen, erklärt der Experte. Außerdem muss es mindestens 20 Prozent dehnbar sein. Ist die Fuge folglich einen Zentimeter breit, sollte sie zwei Millimeter arbeiten können. Diese Information ist für den Heimwerker etwa beim Verfugen einer Badewanne wichtig: Das Becken muss sich bis zu zwei Millimeter absenken können, wenn es voll Wasser ist. Ist die Fuge dann zu schmal gesetzt oder das Silikon nicht so dehnbar wie nötig, kann die Fuge Schaden nehmen.

Plastikspitze anschrägen

Um einen geraden Fugenverlauf zu bekommen, kleben Heimwerker den Spalt häufig ab. „Das macht das Verfugen nicht einfacher“, sagt Pommer. Wer dennoch kleben will, sollte nur hauchdünnes Material verwenden. „Dicke Bänder wie Kreppband hinterlassen einen Absatz an der Fuge.“ Nach der Arbeit sollten die Klebestreifen sofort entfernt werden. Wartet man zu lange, können Risse beim Abziehen entstehen.

Daraufhin muss eine neue Fuge gezogen werden. In den Schlitz wird erst ein Füllschlauch aus Schaumstoff gedrückt. Er sollte ein Drittel breiter als der Spalt sein, erklärt Pommer. Die Plastikspitze der Kartusche wird dann schräg angeschnitten und zwar so, dass sie anderthalbmal breiter ist als die Fuge. Bei der Arbeit wird die Kartusche in einem Winkel von 45 Grad gehalten. „Wichtig ist gleichmäßiges Drücken und Ziehen“, sagt Pommer. Danach ist die Masse mit einem Silikonglätter zu glätten.

Wichtig ist, dass das Material gut durchtrocknet, bevor es mit Wasserspritzern oder feuchter Luft in Kontakt kommt. Faustregel: 24 Stunden keine Nässe an die frische Fuge lassen. Wer es eilig hat, sollte Expresssilikone verwenden. Diese sind nach etwa einer Stunde ausgehärtet.