Ratgeber

Bei Behinderung sind Umbaukosten steuerlich absetzbar

Eine schwere Behinderung macht manchmal einen Umbau der Wohnung oder des Hauses nötig.

Diese Kosten können Betroffene in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Darauf weist der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin hin. Geltend machen lassen sich die Ausgaben in dem Jahr, in dem sie angefallen sind. Das Problem: Sind die Kosten für den Umbau hoch, fällt der Steuerspareffekt in ungünstigen Fällen gering aus. Denn Steuerzahler bekommen nur maximal so viele Steuern zurückerstattet, wie sie gezahlt haben.

„Für Erhaltungsaufwendungen an Immobilien gibt es für den Vermietungsbereich eine Sonderregelung“, sagt BDL-Geschäftsführer Erich Nöll. Danach können diese Kosten gleichmäßig über bis zu fünf Jahre verteilt werden. Nach Ansicht des Finanzgerichts Saarland ist diese Regelung auch für behinderungsbedingte Umbaukosten anwendbar (Az.: 1 K 1308/12). Wer also die Kosten über mehrere Jahre verteilt, kann unter Umständen eine größere Steuerersparnis erzielen.

Die Auffassung des Finanzgerichts Saarland ist jedoch nicht unumstritten. Vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ist dazu ein Revisionsverfahren anhängig (Az.: VI R 68/13). „Wenn Steuerpflichtige die Verteilung der Kosten wählen und das Finanzamt dem nicht folgt, sollte Einspruch eingelegt werden“, rät Nöll.