Umfrage

Fast zehn Besichtigungen pro Mietwohnung

Auf welche Kriterien Selbstnutzer und Kapitalanleger laut Umfrage achten

– Mietinteressenten besichtigen in Deutschland im Schnitt acht Mietwohnungen, bevor sie einen Mietvertrag unterschreiben. Das geht aus einer Umfrage des Immobilienverbands IVD unter seinen Mitgliedern hervor. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern liegt die Zahl mit durchschnittlich 9,19 Wohnungen noch etwas höher, in kleineren Städten niedriger. In Städten unter 30.000 Einwohnern besichtigen Mietinteressenten durchschnittlich 6,7 Wohnungen vor der Vertragsunterzeichnung.

„Das Ergebnis unterstreicht, dass in Großstädten die Nachfrage nach Wohnraum deutlich höher und das Angebot knapper ist als in Regionen mit weniger Einwohnern. Nicht jeder Wohnungsinteressent kommt zum Zuge, auch wenn er ein geeigneter Kandidat wäre“, sagt IVD-Sprecher Jürgen Michael Schick.

Laut Verband wird in Großstädten gut jede zweite Mietwohnung (54 Prozent) durch einen Makler vermittelt, in ländlichen Regionen etwa 40 Prozent. Bevor es zum Abschluss eines Mietvertrages kommt, wird im Durchschnitt an verschiedenen Terminen mit 9,66 Mietinteressenten das potenzielle Domizil besichtigt. In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern liegt die Zahl der Interessenten mit 11,51 deutlich höher als in ländlichen Regionen.

Eine weitere Umfrage zeigt indes: Wenn das Umfeld nicht stimmt, nützt auch die schönste Immobilie nichts. Während es Selbstnutzer eher an den Stadtrand zieht, investieren Anleger bevorzugt in städtische Immobilien und legen mehr Wert auf gute Parkmöglichkeiten als auf Naturnähe. Zu diesem Ergebnis kommt die gemeinsame Studie von ImmobilienScout24 und Interhyp, für die insgesamt 1129 Kaufinteressenten im Mai befragt wurden.

Gute Einkaufsmöglichkeiten und eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel – das sind für die Mehrheit der Käufer die beiden wichtigsten Lagekriterien bei der Immobilienwahl (68 bzw. 58 Prozent). Beim Punkt „Naturnähe“ gibt es jedoch unterschiedliche Präferenzen: Während fast die Hälfte (45 Prozent) der Eigennutzer großen Wert auf eine grüne Umgebung legt, ist dieser Aspekt für Anleger weniger entscheidend (29 Prozent).

Das geringere Interesse, ein Objekt in der Nähe von Wald und Wiesen zu kaufen, mag auch daran liegen, dass für die meisten Kapitalanleger (53 Prozent) ausschließlich eine Immobilie in der Stadt infrage kommt. Nur knapp fünf Prozent der Anleger würden in eine ländliche Immobilie investieren. Dagegen präferiert die Mehrheit der Eigennutzer den grünen Speckgürtel (54 Prozent), nur jeder Dritte will in der Stadt wohnen oder aufs Land ziehen (13 Prozent).

Auch bei den Ausschlusskriterien gibt es große Unterschiede zwischen Selbstnutzern und Immobilienanlegern. Für jeden dritten Eigenheimbesitzer wäre eine Immobilie ohne Garten undenkbar. Insbesondere den Frauen ist die grüne Oase wichtig. Für Anleger ist dieses Kriterium dagegen zweitrangig (11,5 Prozent Zustimmung). Sie achten eher auf bauliche Eigenschaften und möchten keine Immobilie ohne Balkon oder mit niedrigen Decken (24 bzw. 26 Prozent). Einig hingegen sind sich alle Käufergruppen darin, dass auf keinen Fall eine große Straße oder problematische Nachbarschaft die Wohn-Idylle stören darf.