Wohnen am Wasser

Mit Blick auf das Schloss Charlottenburg

In einem ehemaligen Fabrikgebäude werden neue Wohnungen und Penthouses errichtet

Das Gebiet um das Schloss Charlottenburg bildet innerhalb der Bezirksgrenzen eine Besonderheit. Tausende von Touristen und Einheimischen bevölkern in den Sommermonaten täglich dieses ursprünglich für die preußische Königin Sophie Charlotte als Sommerresidenz gebaute und durch die nachfolgenden Herrscher erweiterte Schloss. Es ist heute die größte und bedeutendste Hohenzollernresidenz in Berlin. Gerade der von Siméon Godeau als französischer Barockgarten angelegte Schlossgarten ist im Sommer ein großes Erholungsgebiet.

Unweit vom Schloss Charlottenburg direkt am Charlottenburger Ufer entsteht nun das neue Wohnensemble „Spree Lofts“: Eine Synthese aus Industriearchitektur und modernem Baustil. In einem ehemaligen Fabrikgebäude auf sieben Etagen werden auf rund 2300 Quadratmetern 57 Wohnungen, Townhouses, Etagen-Lofts und Penthouses mit einer Wohnfläche von 60 bis 250 Quadratmetern errichtet.

Die in den unteren Geschossen angelegten Townhouses mit drei bis fünf Zimmern haben jeweils einen eigenen Garten, die Etagen-Lofts in den mittleren Geschossen jeweils einen Balkon.

Ganz oben gibt es Penthouses mit Dachterrassen. „Wir waren auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Die Geschichte dieses Gebäudes, die Lage am Wasser in Charlottenburg, das Loft-Thema, all das fanden wir sehr spannend. Wir wollen Projekte entwickeln, die einen einzigartigen Charakter haben“, sagt Sebastian Höcherl, Geschäftsführer der HGroup. Bis in die 90er-Jahre hinein wurde hier in den Heliowatt-Werken, einem historischen Industrieensemble, noch gearbeitet und technische Bauteile für Rundfunk- und Fernsehgeräte sowie für Mess- und Regeltechnik produziert. Diese Fabrikanlage wurde 1883 von Hermann Aron als „Aron Werke“ gegründet und mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es verschiedene Eigner, im Herbst 1996 wurde das Werk endgültig stillgelegt. Nun wird die ganze Fabrikanlage saniert. Die charakteristische Fabrikfassade und die Konstruktion aus Backstein, Stahl und Glas erinnern heute noch an die historischen Zeiten. Es wird auch neu angebaut.

Der Neubau passt sich architektonisch optimal an die historischen Baustrukturen. „Dieses Projekt stellt eine intelligente Auseinandersetzung mit einem Altbaubestand dar, die ein für die Wasserlage angemessenes Nutzungskonzept aufweist. Ohne die Vergangenheit eines Gebäudes zu leugnen, wird eine neue sinnvolle Nutzung eröffnet. Solche Neudefinitionen sind wichtig für die Stadt“, sagt der Stadtentwicklungsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte.

Im Rahmen des aktuellen Baubooms in der Stadt entstehen auch in Charlottenburg viele Neubauprojekte. Unter anderem werden an der Gervinusstraße 77 Eigentumswohnungen (Gervin & Wilmers) und an der Lietzenburger Straße 75 Eigentumswohnungen auf sieben Etagen (Charlottenhöfe) gebaut. Höcherl findet den Bau- und Immobilienboom in Berlin positiv. „Berlin hat noch so viel Potenzial an Bauland. Die Stadt wird sich durch die Baumaßnahmen mit hohem Tempo weiter entwickeln. Berlin pulsiert und übt damit eine enorme Anziehungskraft auf Menschen aus aller Welt aus“, betont der Bauherr.

Auch Stadtrat Schulte findet die Neubaumaßnahmen wichtig. „Wir suchen Verdichtungspotenziale. Grundstücke mit eingeschossigen Bauten der Nachkriegszeit und Baulücken kommen auf den Prüfstand und werden neu geplant, nachdem sie jahrzehntelang einen Dornröschenschlaf gehabt haben. Neu-Berliner entscheiden sich häufig erst einmal für Mitte und den Prenzlauer Berg, irgendwann will man sich aber verändern, und dann geht es häufig in die City West und hier bleiben die Menschen dann sehr gern wohnen“, betont Schulte.