Einrichtung

Möbel, die Wind und Wetter trotzen

Neue, spezielle Seile und Stoffe werden von Hand verarbeitet. Selbst Regen können die Polster für Liegen und Sessel vertragen

Einige mögen schon geflucht haben angesichts der Arbeit, die sich gemeinhin mit Gartenmöbeln ergibt: Sie werden geschrubbt, gereinigt, geölt oder lasiert. Und am Ende der Freiluftsaison geht alles schön verpackt wieder zurück in den Schuppen. Viele haben sich womöglich in diesen Augenblicken geschworen: In der nächsten Saison kommen nur noch Stühle und Tische auf Terrasse und Balkon, die nicht verwittern, rosten oder abblättern. Möbel, die Wind und Wetter trotzen. Solche Möbel werden bereits angeboten. Über die übliche Ware in Baumärkten hinaus auch Kollektionen, die bereits vom Preis her andeuten: eine Investition, die sich über lange Sicht rentieren wird.

Edelstahl rostet nicht

Nehmen wir beispielsweise die Gartenmöbel der Firma La Sedia. Sie sind aus pulverbeschichtetem Edelstahl, werden in Münster von Hand gefertigt und sind in sämtlichen RAL-Farben von weiß über rot und grün bis hin zu Schwarz erhältlich. Ein Stuhl mit Armlehne kostet hier um die 779 Euro, ein Tisch um die 2000 Euro, wie Tania Volmary, geschäftsführende Gesellschafterin, auf Anfrage mitteilt. Sie versichert, dass die Möbel völlig ungeschützt ganzjährig draußen stehen bleiben können. „Edelstahl kann nicht rosten, und die Farbe blättert nicht ab.“ Volmary selbst entwirft die Möbel. „Ich habe mich damals so geärgert über den Aufwand, den man jedes Jahr mit Gartenmöbeln hat. Also habe ich mir Möbel fertigen lassen, die draußen bleiben können und selbst salziger Inselluft widerstehen.“ Das war 2008. Freunde und Bekannte waren damals so begeistert, dass sich die gelernte Raumausstatterin entschied, die Möbel – mittlerweile sind es diverse Kollektionen mit so klangvollen Namen wie Cannes, Nizza, Biaritz oder Monaco – auf Messen zu präsentieren. Dort finden Tisch und Stühle, seit Kurzem auch die Liege Toulouse, große Beachtung, insbesondere wenn sie mit Kissen und Auflagen aus dem strapazierfähigen Outdoorstoff Waikiki komplettiert werden.

Mehr Laissez-faire verströmen die Kollektionen des französischen Herstellers Fermob. Metall in Form von Stahl oder Aluminium ist hier das Material, aus dem Tische und Stühle, viele davon klappbar, gefertigt werden. Wer die Firma im Internet besucht, stellt schnell fest: Fermob legt bei der Herstellung größten Wert auf Nachhaltigkeit, ist stolz auf sein Ökologiekonzept. So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass 98 Prozent der Metalle weltweit recycelt werden, mithin auch Kollektionen von Fermob recycelbar seien. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Pulverbeschichtungen lösungsmittelfrei und in einer emissionsfreien Anlage hergestellt werden. Stolz verweisen die Franzosen darauf, dass dadurch weder die Gesundheit der Mitarbeiter noch die Umwelt geschädigt wird.

Zu Möbeln der Extraklasse gehören mit Sicherheit die der Mailänder Designerin Paola Lenti. Sie setzt bei ihren Outdoormöbeln auf ein Material, das bei Menschen mit Affinität zum Maritimen auf Begeisterung stoßen dürfte: Der Handel spricht von Rope und Aquatech-Garnen, der Laie wohl eher von Tauwerk oder Seilen, wie sie auf Schiffen oder Segelbooten zum Einsatz kommen. Nur dass Sitzmöbel in diesem Fall in allen erdenklichen Farben erhältlich sind und das Material auf langjährige Forschungsarbeiten zurückgeht. „Mir fällt nichts ein, bei dem das Material in die Knie gehen könnte“, sagt Matthias Kremkus von Naturo Konzept. Es sei chlor- und salzwasserbeständig sowie lichtecht. Da alle Möbel erst auf Bestellung von Hand gefertigt werden, haben es die Preise in sich: Für einen Sessel werden um die 1800 Euro verlangt. Es können aber auch 5000 Euro sein. Dagegen erscheinen die Acapulco Chairs mit 295 Euro pro Stück, die Richard Lotzmann anbietet, geradezu als Schnäppchen.