Eigentümer

Weniger Rückstände bei Wohnungsunternehmen

Wer Mietzins nicht zahlt, macht Schulden beim Vermieter – und riskiert schlimmstenfalls eine Kündigung

Mieter in Deutschland haben immer weniger Schulden bei Wohnungsunternehmen. Die Rückstände lagen 2013 bei rund 411 Millionen Euro. Das waren 7,6 Prozent weniger als 2012, wie der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) mitteilte. Der Verband vertritt rund 3000 Wohnungsunternehmen. In ihren Büchern sanken die Mietschulden seit 2003 um fast die Hälfte.

GdW-Präsident Axel Gedaschko erklärte das mit besseren Beratungsangeboten, aber auch mit der stabilen Wirtschaftslage. Die Konjunktur lasse darauf hoffen, dass der positive Trend anhalte – „auch wenn er sich etwas verlangsamen wird“, teilte Gedaschko mit. Gemessen an den eigentlich erhobenen Mieten machten die Schulden etwa 2,3 Prozent aus. Die Quote fiel dabei im Osten Deutschlands (3,0 Prozent) etwas höher aus als im Westen (1,7 Prozent). Mieter riskieren bei zu großen Zahlungsrückständen eine Kündigung.

Der Deutsche Mieterbund bescheinigte den Wohnungsunternehmen ein besseres Schuldenmanagement. Wenn Mieter nicht zahlten, werde nach den Gründen gefragt und eine Lösung gesucht, sagte Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Ursachen für Mietschulden seien meist Zahlungsprobleme. Hartz-IV-Empfänger fallen nicht ins Gewicht, wie eine GdW-Sprecherin erklärte. Ihre Miete werde mitunter von den Jobcentern direkt überwiesen.

Die Wohnungsunternehmern in der GdW registrieren auch weniger Mietausfälle. Dieses Geld geht Vermietern verloren, weil Wohnungen leer stehen oder die Miete wegen Mängeln gemindert wird. Die Mietausfälle betrugen Ende 2013 rund 885 Millionen Euro. Dazu zählen auch Mietschulden, die auf lange Sicht nicht mehr reinkommen und daher abgeschrieben werden.

Wie viele Mietschulden bei privaten Vermietern auflaufen, wird nicht erfasst. „Schlicht und einfach, weil es so viele sind“, sagte ein Sprecher des Eigentümerverbands. Allerdings gebe es nicht mehr oder weniger Klagen wegen Zahlungsausfällen oder Räumungsklagen. „Deshalb gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Ausständen nichts geändert hat.“