Energie

Der Kamin hilft sparen

Wer einen Ofen haben möchte, plant am besten frühzeitig

Ein Kaminofen verbreitet behagliche Atmosphäre in der Wohnung. Nicht nur im Winter wird er gerne benutzt, auch an kühlen Sommerabenden und in der Übergangszeit ist seine wohlige Wärme willkommen. Und er hat weitere Vorteile: Heizen mit dem Kaminofen entlastet die Haushaltskasse und schont die Umwelt. Darum liegen Kaminöfen voll im Trend, und viele Hausbesitzer planen, sich einen zuzulegen. Das sollte geschehen, bevor die nächste Heizperiode beginnt.

„Der Kauf eines Kamins will gut vorbereitet sein“, sagt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Am besten holen Hausbesitzer sich einen Fachmann ins Haus, der prüft, welcher Kamin geeignet ist und ob ein passender Schornstein vorhanden ist. „Viele Schornsteinfeger bieten die Beratung kostenlos an“, sagt Langer. „Sie dauert etwa 15 Minuten.“

Wenig Service im Internet

Für die Installation eines Kaminofens braucht nicht unbedingt ein Schornsteinfeger eingeschaltet zu werden. Aber die Abnahme des fertigen Systems durch den Bezirksschornsteinfeger ist Pflicht. Nur mit dessen Zustimmung darf der Kamin in Betrieb genommen werden.

Die meisten Öfen werden an die Wand gestellt. Ist kein geeigneter Schornstein im Haus, muss ein neuer angebaut werden. „Das ist kein großer Aufwand“, sagt Langer. Er wird durch einen Durchbruch in der Wand geführt und verläuft an der Außenwand nach oben. Es gibt auch die Möglichkeit, ihn durch das Gebäude zu verlegen. Die meisten Kunden entscheiden sich für die Variante an der Außenwand.

Wie hoch der Schornstein sein muss, hängt vom Umfeld des Hauses ab. Die notwendigen Abstände zu den Nachbarn wurden mit der Bundesimmissionsschutzverordnung im März 2010 deutlich erhöht. Jetzt muss die Einmündung mindestens 15 Meter vom Fenster des Nachbarhauses entfernt sein. Anderenfalls muss der Schornstein das Fenster um mindestens einen Meter überragen. „Das ist auch zu beachten, wenn ein alter Kamin durch einen neuen ersetzt werden soll“, sagt Langer. Wer diese neuen Vorschriften nicht einhält, muss nachbessern.

Die Auswahl an Kaminöfen ist groß und für Laien häufig verwirrend. Es gibt Modelle aus Gusseisen, Emaille, Naturstein, Keramik, Speckstein oder Granit in etlichen Farben und Formen. Das Aussehen ist aber nicht alles. „Einen Kaminofen kauft man nicht wie einen Wohnzimmerschrank“, betont der Experte. Um das passende Modell zu finden, muss man wissen, wo der Kamin stehen wird – an der Wand oder im Raum. Danach richten sich Art und Länge des Schornsteins.

Langer empfiehlt, den Kaminofen in einem Fachgeschäft zu kaufen. „Dort berechnen die Verkäufer die passenden Schornstein-Querschnittgrößen.“ Beim Kauf im Internet ist dieser Service meist nicht enthalten. „Es kommt nicht selten vor, dass Kunden von unkundigen Verkäufern sogar das falsche Material verkauft wird“, sagt der Experte. „Da wird der Kaminofen schon mal an Alu-Rohre angeschlossen, die nur für Öl- und Gasfeuerstätten zugelassen sind.“ Das sei brandgefährlich. „So ein System fällt bei der Abnahme durch den Schornsteinfeger durch.“

Richtig gesteuert: Pelletöfen

Bei guten Händlern bekommt man auch eine Prüfstandsmessbescheinigung. „Ohne dieses Papier darf der Kaminofen nicht betrieben werden“, sagt Langer. Es ist ein Nachweis dafür, dass er alle Umweltauflagen erfüllt.

„In der Regel entsprechen die heute in Deutschland verkauften Kaminöfen diesen Anforderungen und auch den strengeren Maßstäben der zweiten Stufe der Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung, die 2015 in Kraft treten wird“, sagt Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI).

Im regelmäßigen Betrieb entscheidet der Umgang mit dem Ofen wesentlich darüber, wie viel Staub und Rauch entstehen. „Wichtig ist, dass der Kamin sauber ist und die Brennstoffe geeignet und entsprechend trocken sind“, sagt Kienle. Am besten eignen sich Scheitholz oder Briketts. „Wer nasses Holz oder gar Spanplatten oder Kunststoff verbrennt, ist nicht nur ein Umweltfrevler, sondern sorgt dafür, dass sein Schornstein bald versottet und die Freude am flackernden Kaminfeuer nicht lange währt.“ Kunden sollten unbedingt in die Bedienungsanleitung schauen, welche Brennmaterialien für ihren Kaminofen zugelassen sind.

Einfacher zu bedienen, aber weniger romantisch sind Pelletöfen. Sie verfügen über eine Mechanik, die das Brennmaterial vom Vorratsbehälter in den Brennraum transportiert. Je nach Bedarf kann die Temperatur am Pelletofen eingestellt werden. „Aufgrund optimaler Steuerung heizen die Geräte viel länger als Kaminöfen, ohne dass Material nachgelegt werden muss“, sagt Reiner Verbert vom TÜV Rheinland. „Allerdings ist statt prasselndem Feuer nur das Rauschen des Gebläses zu hören.“