Finanzierung

Der Staat beteiligt sich an Herstellungskosten

Wird der Garten neu angelegt oder ein Wintergarten errichtet, dann sollte dies das Finanzamt wissen

Auf ein wichtiges Urteil des obersten deutschen Finanzgerichts, des Bundesfinanzhofs in München, weist die Bausparkasse Scbwäbisch Hall in Zusammenhang mit haushaltsnahen Handwerkerleistungen hin. Die Richter stellten klar, dass auch Leistungen, die zu Herstellungskosten führen, unter die Steuerermäßigung fallen (Az.: VI R 61/10). Im konkreten Fall ging es um die Neuanlage eines Gartens.

Die Richter arbeiteten in ihrer Begründung heraus, dass dies eine Leistung innerhalb eines vorhandenen Haushalts ist – und deshalb förderungswürdig. Lediglich Handwerkerleistungen, die erst der Errichtung eines Haushalts dienen, also beispielsweise einen Neubau betreffen, könnten nicht steuerlich gefördert werden. „Auf Grundlage dieses Urteil können nunmehr auch der Anbau eines Wintergartens, der Dach- oder Kellerausbau sowie der Einbau eines Ofens oder eine Grundstücksumrandung in Form einer Mauer, eines Zaunes oder einer Hecke steuerlich geltend gemacht werden“, sagt Stefan Bernhardt, Rechtsexperte der Schwäbisch Hall. Er beruft sich hierbei auch auf ein präzisierendes Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Danach fallen auch energetische Sanierungsmaßnahmen wie etwa die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems unter die Neuregelung – allerdings nur, wenn die Maßnahme nicht bereits durch einen Kredit der KfW-Bank gefördert werde.

Bekanntlich können bereits seit 2006 Arbeits- und Fahrtkosten für Modernisierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen bis zu einer Höhe von 6000 Euro jährlich geltend gemacht werden. 20 Prozent davon, also maximal 1200 Euro, zieht das Finanzamt direkt von der Steuerlast ab. Laut Bernhardt könnten auch Herstellungskosten rückwirkend anerkannt werden, allerdings dürften die Maßnahmen dann noch nicht abgeschlossen sein. Die Rechnungen müssen Material- und Lohnkosten getrennt ausweisen.