Recht

Eine geerbte Immobilie kann teuer werden

Verwandte zweiten Grades haben geringe Freibeträge. Adoption wäre eine Möglichkeit

Zudem hält der Fiskus im Erbfall bei Erben zweiten Grades die Hand auf, sie haben nur einen Freibetrag von 20.000 Euro.

Möchte der Onkel zum Beispiel seinem Neffen eine Immobilie vererben, so muss der Neffe auf den aktuellen Verkehrswert der Immobilie abzüglich des Freibetrages von 20.000 Euro 30 Prozent Steuern zahlen. Beträgt der Wert der Immobilie beispielsweise 500.000 Euro, fordert das Finanzamt eine Erbschaftssteuer von bis zu 144.000 Euro. Kann der Neffe diese Steuer nicht zahlen, bleibt ihm nur die Belastung, schlimmstenfalls die Veräußerung des Hauses. Die Steuer wird auch fällig, wenn der Onkel das Haus kurz vor seinem Tode verschenkt. Der Notar muss eine Schenkung unmittelbar nach der Beurkundung dem Finanzamt melden.

Ist die Bindung zwischen Onkel und Neffe intensiv, kann über eine Erwachsenenadoption nachgedacht werden. Der Freibetrag erhöht sich dann auf 400.000 Euro. Der über diese Summe hinausgehende Wert der Immobilie wird nur mit sieben Prozent versteuert. Um Steuern zu sparen, kann auch ein Nießbrauch vereinbart werden, oder die Übertragung des Hauses wird an Pflegeleistungen geknüpft, wie die Notarkammer Berlin berichtet.

Bei einer rechtzeitigen Übertragung der Immobilie kann die Schenkung so aufgeteilt werden, dass alle zehn Jahre wieder der volle Freibetrag greift.

Voraussetzung für die Vertragsgestaltung ist, dass die Parteien den Notar umfassend über die Familien- und Vermögensverhältnisse informieren. Es ist die Pflicht des Notars, umfassend zu beraten und auf unerwünschte Entwicklungen hinzuweisen.