Wohnung

Lebenshaltungskosten bestimmen die Miete

Die Index-Verträge richten sich nach der Inflationsrate und geben Mieter und Vermieter Planungsklarheit

Wer eine Eigentumswohnung vermietet, schafft damit für sich eine Wertanlage, eine Sicherheit fürs Alter. In den meisten Fällen müssen dabei aber auch monatliche Kredite bei der Bank bedient werden. Zur Sicherheit von Mieter und Vermieter können die Parteien schon beim Abschluss des Mietvertrages regeln, ob und inwieweit die Miete während der Mietzeit steigen soll. Mit sogenannten Indexmietverträgen werden künftige Mieterhöhungen an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten gekoppelt, also an die Inflationsrate. Voraussetzung für eine derartige Indexmiete ist laut dem Deutschen Mieterbund (DMB) ein schriftlicher Mietvertrag.

Maßstab für die Entwicklung der Miete darf nur der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland sein. Andere Formen der Mieterhöhung, beispielsweise mit Blick auf die ortsübliche Vergleichsmiete oder Erhöhungen nach einer Modernisierung, sind ausgeschlossen.

Bei einem Indexmietvertrag kann die Miete höchstens einmal im Jahr erhöht werden, erklärt der Deutsche Mieterbund. Der Vermieter muss den alten Index zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder der letzten Mieterhöhung angeben und den aktuellen Index gemäß der Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Differenz in Prozent umgerechnet ist der Mieterhöhungsbetrag.

Zahlen muss der Mieter die Indexmieterhöhung ab dem übernächsten Monat. Kommt die Erhöhung zum Beispiel am 15. April, muss ab Juni mehr Miete gezahlt werden. Von einer Zustimmung des Mieters ist diese Form der Mieterhöhung nicht abhängig.

Eingeschränkt wird allerdings durch die Indexmiete die Modernisierungsmieterhöhung nach Paragraf 559 BGB, so der Verband Haus & Grund. Nur bei Umständen, die der Vermieter nicht zu vertreten hat, kann auch eine Indexmiete erhöht werden.