Mietzahlung

Nebenkosten bei Wohnungswahl entscheidend

Bei Neubezug sollten Interessenten auf Einblick in den Energieausweis bestehen

Strom, Wasser, Gas – für immer mehr Menschen werden die Nebenkosten ihrer Mietwohnung zu hoch. So stellt die sogenannte zweite Miete für sechs von zehn Deutschen jeden Monat wieder eine erhebliche Belastung dar. Die große Mehrheit (70 Prozent) befürchtet, dass die Nebenkosten unkontrollierbar weiter steigen werden, wie eine Studie von TAG Immobilien zusammen mit der TU Darmstadt ergab.

Die Mieter zahlen hierzulande nach jüngsten Berechnungen des Deutschen Mieterbundes durchschnittlich 2,20 Euro pro Quadratmeter und Monat für Nebenkosten. „Als Vermieter merken wir täglich, wie sehr die hohen Nebenkosten den Geldbeutel der Mieter belasten“, sagt Claudia Hoyer von TAG.

Wer in einer 80 Quadratmeter großen Wohnung lebt, muss im Schnitt für die zu zahlende zweite Miete demnach mehr als 2100 Euro im Jahr einplanen. Für 95 Prozent der deutschen Mieter ist daher die Höhe der Nebenkosten bei der Suche nach einer neuen Bleibe von entscheidender Bedeutung – wichtiger noch als ein ruhiges Umfeld (89 Prozent) oder der Ruf des Viertels (84 Prozent). Und: 89 Prozent der Befragten wünschen sich, dass ihr Vermieter mehr unternimmt, um die Nebenkosten möglichst gering zu halten.

Bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie spielt daher nicht mehr nur die Frage „Gefällt mir die Wohnung?“ eine Rolle, sondern auch die Höhe der zu erwartenden Heizkosten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt Mietern deshalb, vor dem Einzug einen genauen Blick in den Energieausweis zu werfen. Der Hauseigentümer ist rechtlich verpflichtet, den Ausweis bei der Besichtigung vorzulegen. Voraussichtlich ab Mai 2014 müssen die energetischen Kennwerte des Gebäudes bereits in der Immobilienanzeige genannt werden.

Um die Angaben im Energieausweis zu verstehen, ist aber kein Expertenwissen nötig. Nach dem Ampelprinzip ist der Energiebedarf des Gebäudes auf einer Farbskala von grün bis rot markiert. Ist der Energieverbrauch des Hauses im grünen Bereich eingestuft, ist dies eine gute Voraussetzung für geringere Nebenkosten.