Neubau

Ehemalige Offiziersquartiere werden zum „Westendpark“

Auf dem Gelände haben vor dem Mauerfall französische Soldaten gewohnt, die damals in West-Berlin stationiert waren

Westend gehört zu den bevorzugten Wohngegenden im westlichen Teil Berlins. Die Nähe zum Wasser und zur grünen Natur verleihen dem Ortsteil ein besonderes Flair. Im Sommer kann man an der Havelchaussee spazieren gehen, Picknick machen oder den Sonnenuntergang beobachten. Wer Sport mag und Hertha-Fan ist, findet seinen Weg leicht zum Olympiastadion. Für Kulturinteressierte gibt es am Theodor-Heuss-Platz die „Wühlmäuse“, für Musikfans die nahe gelegene „Waldbühne“. Für jeden Geschmack ist es etwas dabei.

Ursprünglich wurde Westend als reine Villenkolonie geplant und nach dem vornehmen Londoner Stadtteil benannt. Später wurden dort auch sehr schöne typisch Berliner Mietshäuser errichtet. Zu den prominenten Bewohnern Westends gehörten die Komponisten Kurt Weill, Paul Hindemith und Richard Strauss, der Schriftsteller Robert Walser, der Kabarettist Wolfgang Gruner, die Schauspieler Curd Jürgens, Lilli Palmer und Henny Porten, der Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch, der Architekt Erich Mendelsohn, der Boxer Max Schmeling, der Fotograf Erich Salomon und der Soziologe und Philosoph Georg Simmel.

Zentrum und Haupteinkaufsmeile von Westend ist heute die Reichsstraße zwischen Theodor-Heuss-Platz und Steubenplatz. Von hier aus kann man alles in kürzester Zeit erreichen, auch das neue Wohnungsbauprojekt „Westendpark“, das auf einem rund 16.000 Quadratmeter großen Parkgelände entlang der Tharauer Allee entsteht. Zehn klassisch-elegante Stadtvillen mit etwa 100 modernen 2- bis 5-Zimmer-Eigentumswohnungen mit Wohnflächen von 70 bis 210 Quadratmetern werden dort errichtet. Große private Gärten mit natürlicher Heckenrahmung, sonnige Terrassen und Balkone in Südausrichtung, sowie Wohnräume mit bis zu 3,10 Meter hohe Decken und eine Tiefgarage mit direkter Aufzugsanbindung sind geplant. Die Wohnungen werden barrierearm und energieeffizient gebaut. „Westend erlebt derzeit eine Renaissance. Das bürgerliche, grüne Stadtbild und die optimale Lage zur City haben uns dazu bewegt, unser neues Projekt gemäß dem Motto ‚Der Stadt so nah, der Natur noch näher‘ hier zu verwirklichen“, sagt Alexander Happ von BUWOG-Meermann. Auf dem Gelände des „Westendparks“ gab es vor dem Mauerfall Offiziersquartiere für die damals im Norden Berlins stationierten französischen Alliierten. Nach der Wende wurde das Gelände verkauft und die Wohnungen der früheren französischen Soldaten abgerissen. Nun entsteht dort eine neue Siedlung mit vielen Eigentumswohnungen. Die Bauarbeiten beginnen Ende März, im Mai 2015 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Insgesamt besteht das neue Bauvorhaben aus vier Bauabschnitten. Es wird ein Wohnungsbauprojekt, Gewerberäume sind nicht geplant. „Der alte Baumbestand bleibt bestehen. Die Vegetation wollen wir mit zusätzlichen Pflanzen wie Rosen, Hortensien und englischem Rasen verschönern“, sagt Happ. Den Bau- und Immobilienboom in Berlin betrachtet er positiv. „Berlin ist eine sehr tolerante Stadt. Kreative Menschen und Freidenker fühlen sich hier wohl und wollen hier leben. Es gibt im Moment eine große Aufbruchsstimmung in der Stadt“, betont der Geschäftsführer.

Berlin habe ein großes Potenzial und Freiraum für Baumaßnahmen, dieser Trend werde noch lange andauern, vermutet der Geschäftsführer.