Hausbau

Was bei der Grundstückswahl zu beachten ist

Der Bebauungsplan enthält Details, die für die Gestaltung des Eigenheims ausschlaggebend sind

Beim Grundstückserwerb geht es um eine Entscheidung, die das zukünftige Leben beeinflusst. Wo und wie will ich wohnen, was kann ich mir leisten? Für die Wahl des Grundstücks sollte man sich Zeit nehmen und sich sorgfältig umschauen.

Ist das Grundstück bebaubar? Diese Frage stellt sich zuerst. Es muss ein festgesetzter Bebauungsplan vorliegen oder das Bauvorhaben muss sich nach Art und Maß der Nutzung, nach Bauweise und überbauter Fläche in die Umgebung einfügen. Zudem muss die Erschließung gesichert sein. Eine Anfrage beim Planungsamt schafft Klarheit.

Lage und Form des Grundstücks sind von Bedeutung. Gibt es Geruchs- oder Lärmbelästigung durch Betriebe oder Verkehrswege in der Nähe? Wie weit ist es zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, zum Arzt und öffentlichen Nahverkehr? Das Grundstück sollte zu unterschiedlichen Zeiten und Tagen besichtigt werden, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Nicht jedes Grundstück ist so geschnitten, dass es ohne zusätzliche Kosten bebaut werden kann. In Einfamilienhausgebieten muss der Abstand zwischen Haus und seitlichen Grundstücksgrenzen in der Regel jeweils drei Meter betragen. Vom Katasteramt kann eine Flurkarte beschafft und das Haus probeweise eingezeichnet werden.

Auch die Beschaffenheit des Grundstücks ist wichtig. Welche Himmelsrichtung ist bestimmend? Hanggrundstücke können höhere Baukosten verursachen. Niederschlagswasser darf nicht aufs Nachbargrundstück geleitet werden. Die Tragfähigkeit des Bodens sowie die Grund- und Schichtenwassersituation sind wesentlich. Deshalb ist Einsicht in das Umweltkataster nützlich. Und: Ohne Baugrundgutachten baut man nicht!

Sind Ausbaumaßnahmen im Umfeld – an deren Kosten die Anwohner beteiligt werden – oder ein Kostenbescheid von der Gemeinde zu erwarten? Sind Erschließungskosten für Wege, Wasser, Abwasser im Kaufpreis enthalten? Welche Regelungen gelten, wenn das Nachbargrundstück betreten werden muss? Liegen dingliche Rechte wie Nutzungs- oder Baubeschränkungen vor? Der Grundbuchauszug sollte eingesehen und notwendige Geh-, Fahr- und Leitungsrechte gesichert werden. Eine bloße vertragliche Regelung reicht nicht. Auch die Identität des Grundstücks ist zu prüfen. Im Bestandsverzeichnis des Grundbuchs angegebene Bezeichnungen für „Gemarkung, Flur und Flurstück“ müssen mit den Angaben im Liegenschaftskataster übereinstimmen. Grenzen in der Flurkarte sollte man vor Ort vergleichen.