Kredite

Solide Finanzierung mit Eigenkapital

Bei laufenden Verträgen rechtzeitig an Folgekredite denken. Forwarddarlehen gibt es schon 60 Monate im Voraus

Die Mehrheit der Bundesbürger setzt auf einen hohen Eigenkapitalanteil bei der Baufinanzierung. So bringen Ersterwerber einer Immobilie im Schnitt 38 Prozent in die Finanzierung ein. Dies ist das Ergebnis der Wohneigentumsstudie 2013 des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag verschiedener Finanzierungsinstitute, darunter die Landesbausparkassen und das Bundesbauministerium.

Unter den Umsteigern, die eine Immobilie besitzen und sich verändern wollen, liegt die Höhe des Eigenkapitals sogar bei 59 Prozent. „Das niedrige Zinsniveau verleitet aber nicht zu risikoreichen Investitionen. Die Mehrheit finanziert ihre Immobilie solide“, sagt Gregor Schneider von der LBS. Trotzdem verlassen viele Erwerber auch die klassischen Kreditregeln und wählen eine individuelle Finanzierung entsprechend ihrer Bedürfnisse. „Bei der Frage nach der richtigen Eigenkapitalhöhe gibt es keinen Königsweg“, sagt Michiel Goris von der Interhyp AG. Die Antwort darauf sei so individuell wie jedes Bauvorhaben selbst. „Neben den verfügbaren Eigenmitteln spielen bei den Interessenten das aktuelle Zinsniveau und alternative Anlagemöglichkeiten eine wichtige Rolle“, sagt Goris. So würden zum Beispiel etwa zwölf Prozent nur die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln begleichen wollen.

Kreditnehmer sollten aber in jedem Fall bedenken, dass ein hoher Eigenkapitaleinsatz kleine Darlehensbeträge ermögliche – eine Voraussetzung für überschaubare monatliche Kreditraten. Allerdings beeinflussten das aktuelle Zinsniveau sowie die gewählte Anfangstilgung ebenfalls die Höhe der Kreditrate, sagt Goris. Wichtig sei auch, sich rechtzeitig über Folgekredite zu informieren. Forwarddarlehen könne schon 60 Monate im Voraus gesichert werden, sagt Franz Lücke von der Ing-Diba.