Bauboom

„Jeder soll den passenden Wohnraum finden“

Stadtentwicklungssenator Michael Müller begrüßt den Bauboom

Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller sieht den aktuellen Bau- und Immobilienboom in der Stadt positiv. „Ich freue mich, dass die Zahl der Baugenehmigungen und der fertig gestellten Wohnungen deutlich steigt. Es ist schön, dass auch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften wieder in das Geschehen eingreifen, sowohl als Käufer von Wohnungen und Grundstücken als auch als Bauherren“, sagte der SPD-Politiker der Berliner Morgenpost.

Während private Wohnungsbaugesellschaften hauptsächlich Eigentumswohnungen bauen, konzentrieren sich die sechs städtischen Gesellschaften auf den Bau von Mietwohnungen. Der Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaften wuchs bereits deutlich auf 284.000 Wohnungen. Rund 775 Millionen Euro setzen sie ein, um den Neubau landeseigener Wohnungen zu unterstützen.

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wurden im vergangenen Jahr in Berlin bis Oktober schon rund 10.600 Baugenehmigungen erteilt. 2012 waren es im gesamten Jahr etwa 9950. Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen betrug 2012 rund 5400.

Berlin findet als Wohn- und Arbeitsort mit viel Lebensqualität national und international ein großes Interesse. Experten gehen davon aus, dass die Bevölkerung der Stadt bis 2030 um 250.000 wachsen wird.

Der Stadtentwicklungssenator hofft, dass Berlin für Einheimische und Zugezogene attraktiv und lebenswert bleibt. „Wir werden neue Quartiere nach den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entwickeln und den Klimaschutz stärken“, meint Müller. Es sei wichtig, dass in Zukunft in Berlin jährlich zwischen 7000 und 10.000 Wohnungen gebaut würden, um die steigende Nachfrage erfüllen zu können. Dafür müssen natürlich genügend Flächen vorhanden sein. Ein Standortvorteil, den Berlin aber gegenüber anderen Städten hat. Der Stadtentwicklungsplan Wohnen schafft die Rahmenbedingungen für die Flächenentwicklung der kommenden Jahrzehnte. Auch durch den Verkauf von landeseigenen Grundstücken sorgt der Senat für die Bereitstellung von Bauflächen.

Die Wohnungsbauleitstelle in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gilt als eine wichtige Anlaufstelle. Sie kümmert sich darum, dass Neubauprojekte schnell umgesetzt werden. Neben dem bestehenden Baulückenkataster soll noch in diesem Jahr ein auf Internet basierendes Wohnflächeninformationssystem eingeführt werden, damit Bauwillige über Flächenpotenziale in der Stadt informiert werden können. „Mit den Bezirken zusammen werden wir ausreichend Wohnbaugrundstücke entwickeln und die Bautätigkeit fördern, damit jeder in Berlin den für ihn passenden Wohnraum finden kann“, betont der Senator.

Es ist wichtig, dass die Immobilienpreise in Berlin realistisch und bezahlbar bleiben. Es gibt Befürchtungen, dass Geringverdiener wie Studenten oder Senioren aus dem Stadtzentrum in die Peripherie gedrängt werden. Durch den freien Markt haben die Behörden begrenzte Möglichkeiten, die Grundstückspreise zu regulieren. Vor allem in der Innenstadt steigen die Immobilienpreise rasant, außerhalb des S-Bahnringes bleiben sie deutlich günstiger. „Wenn die Nachfrage steigt, müssen wir das Baulandangebot erhöhen, um auf den Markt einzuwirken. In Berlin haben wir die Möglichkeit, auf den verfügbaren Bauflächen innerhalb der Landesgrenzen den Wohnbedarf langfristig decken zu können“, sagt Müller.