Gastkolumne

Auf Verwaltersuche

Hans Georg Kranz ist Geschäftsführer der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Der Verwaltermarkt ist groß. Rund 90.000 Mitarbeiter in mehr als 22.000 Verwaltungsgesellschaften erwirtschaften einen Umsatz von fast 20 Milliarden Euro. Es gibt 9,3 Millionen Eigentumswohnungen in 1,8 Millionen Wohnungseigentümergemeinschaften. So weit die Zahlen. Da sollte sich doch für jede Anlage ein passender Verwalter finden!

Die große Koalition ist auf dem Wege, die Verwalterbranche zu professionalisieren und den Verbraucherschutz zu stärken: Berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Verwalter sollen kommen. Bis dahin bleibt es beim Grundsatz: „Drum prüfe, wer sich – für maximal fünf Jahre – bindet.“

Wechselwillige Eigentümergemeinschaften beauftragen am besten den Verwaltungsbeirat, geeignete Verwalter zu suchen und eine Vorauswahl unter den Bewerbern zu treffen. Das Recht der Wohnungseigentümer über die Bestellung des Verwalters wird dadurch nicht entgegen § 26 Absatz 1(5) beschränkt.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich an die großen Verwalterverbände zu wenden, diese achten bei ihren Mitgliedern auf fachliche Kompetenz und regelmäßige Weiterbildung. Ein strukturierter und nach Prioritäten geordneter Fragebogen gibt Auskunft über die interessanten Fragen: Ist der Verwalter eine natürliche oder juristische Person? Welche Befähigung und Qualifikation hat er (kaufmännisch, rechtlich, technisch)? Wie viele Objekte werden verwaltet, gibt es Referenzen?

Daneben entscheiden aber auch die harten Zahlen: Welche Versicherungen mit welcher Deckung unterhält die Gesellschaft? Wo werden die Konten der Gemeinschaft geführt? Wie hoch ist die Vergütung, welche Leistung wird extra abgerechnet? Diese Punkte sind vor allem auch für vermietende Eigentümer spannend, die Miet- und Maklertätigkeiten in Anspruch nehmen.

Hat der Beirat eine Vorauswahl getroffen, sollte er nicht mehr als drei Unternehmen der Gemeinschaft vorstellen. Mit einfacher Mehrheit ist der Beschluss, in dem Name und Anschrift der Verwaltungsgesellschaft, Dauer der Bestellung und Verwalterentgelt enthalten sein müssen, gefasst.

Alles richtig gemacht – und der beste Verwalter soll gewinnen.