Gastkolumne

Verwalter24 erwünscht

Gesucht wird: „Zertifizierter Fachverwalter mit langjähriger Berufserfahrung, dynamisch und einsatzbereit, 24-Stunden-rund-um-die-Uhr erreichbar, sich selbstlos für alle Belange der Eigentümergemeinschaft aufopfernd, kompetent, freundlich, zu günstigen Konditionen“.

So ungefähr lautet das Stellengesuch fast aller Wohnungseigentümergemeinschaften. Viele, die mit ihrem Verwalter unzufrieden sind, erhoffen sich durch einen Wechsel eine bessere Betreuung. Ob Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach – das Thema Verwalterbestellung unterliegt strikten Regeln.

Kein Verwalter ist auch keine Lösung. Die Bestellung eines Wohnungseigentumsverwalters kann nicht ausgeschlossen werden, so steht es im § 20 des Wohneigentumsrechts (WEG). Die Berufung darf auf höchstens fünf Jahre vorgenommen werden, im Falle der ersten Bestellung nach der Neugründung von Wohnungseigentum nur auf drei Jahre. Eine zweite, dritte, vierte und-so-weiter Amtszeit ist zulässig – sie bedarf eines erneuten Beschlusses der Wohnungseigentümer, welcher frühestens ein Jahr vor Ablauf der Bestellzeit gefasst werden kann. In aller Regel wird ein Verwaltungsbeirat die Gespräche mit dem aktuellen Verwalter und etwaigen weiteren Bewerbern führen. Ein einheitlicher Bewertungsmaßstab sollte hierfür die Grundlage sein.

Scheidet ein Verwalter im Laufe des Wirtschaftsjahres aus, ist er nicht zur Erstellung der Abrechnung für das laufende Jahr verpflichtet. Die Gemeinschaft sollte jedoch im Interesse einer ordnungsgemäßen Verwaltung und Überleitung an den neuen Verwalter eine Rechnungslegung gemäß § 28 Absatz 4 WEG verlangen. Denn die Abrechnungspflicht trifft denjenigen, der „nach Ablauf des Kalenderjahres“, also am ersten Tag des Folgejahres, im Amt ist.

Möchte eine Eigentümergemeinschaft den Verwalter abberufen, muss ein Anlass vorliegen. Der Gesetzgeber hat dies in § 26 Absatz 1 Satz 3 WEG auf das Vorliegen eines wichtigen Grundes beschränkt. Der besteht, wenn der Verwalter die Beschluss-Sammlung nicht ordnungsmäßig führt.

Eine Gemeinschaft muss abwägen, ob die Erwartung an seine Leistung derart enttäuscht wurde, dass es einen Wechsel des Verwalters erforderlich macht.

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