Interview

„Es besteht ein bunter Strauß aus Angeboten“

Hauptargument in Buch ist die S-Bahn-Anbindung und die schöne Umgebung mit hohem Freizeitwert

Katja Giller, Vorsitzender des Wertermittlungsausschusses des Regionalverbandes Berlin-Brandenburg und Maklerin, kennt sich auf dem Berliner Immobilienmarkt aus. Mit Autorin Anna Klar sprach sie über die Situation im Norden der Stadt.

Berliner Morgenpost:

Wie hoch ist die Nachfrage nach Immobilien und Grundstücken im Berliner Norden?

Katja Giller:

Wie ganz Berlin erfreut sich auch der Pankower Immobilienmarkt einer hohen Nachfrage, aber auch hier stehen nicht alle Quartiere gleichermaßen in der Gunst der Interessenten. Insbesondere gibt es ein starkes Gefälle von zentralen, innenstadtnahen Lage hin zu den teilweise eher dörflichen Randlagen. Am stärksten nachgefragt sind nach wie vor Eigentumswohnungen im Prenzlauer Berg. Aber auch die angrenzenden Quartiere in Pankow und Weißensee erfreuen sich neben den traditionell guten Wohnlagen in Rosenthal und Niederschönhausen immer größerer Beliebtheit.

Wo gibt es noch freie Immobilien?

Während der Mietmarkt besonders in den innenstadtnahen Lagen stark angespannt ist und man für günstige Wohnungen ein paar U- oder S-Bahn-Stationen Entfernung zur Stadtmitte in Kauf nehmen muss, wurde der hohen Nachfrage nach Eigentumswohnungen mit neuen Projekten und entsprechendem Angebot Rechnung getragen. Rar sind die besonders beliebten Altbauwohnungen, vor allem im Prenzlauer Berg. Bauherren finden weiterhin in den Stadtrandlagen noch ausreichend Bauplätze.

Können Sie etwas zu den Bauvorhaben im Berliner Norden sagen?

Nach langer Zurückhaltung im Neubau sind aktuell wieder zahlreiche Angebote verfügbar. Die Preise reichen von 2600 Euro pro Quadratmeter zum Beispiel in den Uhlandgärten in Pankow bis über 6000 Euro pro Quadratmeter für Luxuswohnungen an der Kollwitzstraße. Zu den größeren Projekten zählt die Flora Pankow. Die einstige Mauerrandlage um die Florastraße hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und ist besonders bei jungen Familien sehr beliebt. Zu den größeren Sanierungsprojekten gehört das Ludwig Hoffmann Quartier (siehe Artikel). Die Entwicklung der ehemaligen Krankenhausstadt soll bis 2017 erfolgen. Im kommenden Jahr sollen weitere 60 Wohnungen entstehen. Für künftige Entwicklungen im Innenstadtbereich sieht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin in dem Areal um den Güterbahnhof Pankow kurzfristig das größte Potenzial.

Wie sieht derzeit die Nachfrage in Berlin Buch aus?

Im Hinblick auf das viel zitierte Innenstadt-Randlage-Gefälle ist Buch im Moment so was wie die Ausnahme von der Regel. Der Standort rund um die hiesigen Projektentwicklungen etabliert sich als Medizin- und Wissenschaftsstandort und verspricht damit langfristig sichere Arbeitsplätze. Auch in die weitere Infrastruktur wird investiert.Es ist ein bunter Blumenstrauß aus Angeboten für Jung und Alt vom Wohnen hin zum Lernen, Studieren, Shoppen und der gesundheitlichen Versorgung geplant. Nicht immer gelingt es, Technologiestandorte mit attraktiven Wohnquartieren in Einklang zu bringen. Die Initiatoren sehen als Hauptargument für das Gelingen die schnelle S-Bahn-Anbindung an Mitte und die attraktive Umgebung mit hohem Freizeitwert. Das Timing scheint jedenfalls dank der Aufbruchstimmung am Berliner Grundstücksmarkt und dem derzeitigen Bedarf an neuen Wohnungen gut.