Finanzierung

Nachfrage nach Eigentum in den Randbezirken steigt

Förderungen machen den Wohnimmobilienmarkt interessant. Aber nur jede fünfte finanzierte Immobilie wird vermietet

Wer eine Immobilie finanziert, will sich damit eher den Traum vom Eigenheim erfüllen, als eine Kapitalanlage zu schaffen. Zu diesem Schluss kommt der Baufinanzierungs-Vermittler Interhyp nach der Auswertung von rund 50.000 Darlehensabschlüssen in den vergangenen zwölf Monaten. Demnach wird nur jede fünfte finanzierte Immobilie zur Vermietung genutzt. In rund 80 Prozent aller Fälle also wohnen die Darlehensnehmer selbst in der Immobilie. Laut Vorstandschef Michiel Goris verzeichne die Interhyp unter Käufern und Bauherren zwar eine leichte Zunahme von ein bis zwei Prozent bei Kapitalanlegern innerhalb eines Jahres. An der Gesamtrelation aber ändere das nichts.

Trotz der so genannten Mietpreisbremse wird es nach Ansicht von sieben inhabergeführten Immobilienberatungsunternehmen, die sich zu Dave (Deutscher Anlage-Immobilien-Verbund) zusammengeschlossen haben, auch zukünftig noch attraktive Chancen sowohl für institutionelle als auch für private Investoren auf den Wohnimmobilienmarkt geben. Gerade der geförderte Wohnungsbau sei für langfristig agierende Investoren oder Stiftungen eine gute Investmentmöglichkeit. Die Mietpreisbindung laufe nach 15 Jahren aus, dann könnten die Mieten an das höhere Niveau im Umfeld angepasst werden.

Eine Entwicklung, die die Immobilienbranche als Überregulierung beklagt. Sie befürchtet, dass dadurch das eigentliche Ziel, die Schaffung von neuem und bezahlbarem Wohnraum, verhindert werde.

Laut Dave werde für private Anleger der Umkreis von Ballungszentren interessanter, da dieser von der Mietpreisbremse wahrscheinlich nicht betroffen sei. Die Ansprüche an das Know-how von Immobilienberatern werde durch die veränderten Umstände in jedem Fall steigen, so der Immobilienverbund.