Verbraucher

Unterschätzte Potenziale zum Energiesparen

Deutsche sträuben sich gegen weitere Investitionen

– Gegen eine angedachte Austauschpflicht für energetisch veraltete Fenster und Türen hat sich der Verband Fenster + Fassade (VFF) ausgesprochen . „Das hätte für einen kurzen Zeitraum enorme Überkapazitäten in der Branche zur Folge. Danach kommt dann die große Ernüchterung in Form von starken Umsatzrückgängen und einer geringeren Kapazitätsauslastung, was fast automatisch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt“, sagt VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn. Besser als eine staatlich regulierte Austauschverpflichtung sei ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die Fassade als auch die Fenster und die Erneuerung der dann entsprechend kleiner dimensionierten Heizungsanlage im Haus betreffe.

Energiesparen ist bei den Verbrauchern nach eigener Einschätzung bereits weit verbreitet. Vorhandene Potenziale werden aber von vielen unterschätzt, die Bereitschaft, mehr zu tun, ist eher verhalten. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur in Berlin.

80 Prozent der Befragten gaben an, beim Heizen sowie bei der Nutzung und beim Kauf elektrischer Geräte bereits auf den Energieverbrauch zu achten. Über 70 Prozent fahren nach eigener Einschätzung spritsparend, mehr als 60 Prozent haben sich energieeffiziente Geräte angeschafft. Andererseits schätzt fast die Hälfte der Deutschen das Stromsparpotenzial im eigenen Haushalt auf weniger als zehn Prozent ein, dabei kann der Verbrauch mit sparsamen Geräten und richtiger Nutzung um rund 20 Prozent reduziert werden. Die Investitionsbereitschaft ist eher gering. 18 Prozent wollen in den kommenden zwei Jahren nichts für energiesparende Maßnahmen ausgeben.