Gastkolumne

Dämmen – was hilft?

Andreas Sammer ist WEG-Experte bei der STRABAG RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Über Geschmack lässt sich streiten. Übers Heizen auch. Allein über den Zeitpunkt des Einschaltens lassen sich in einer Eigentümergemeinschaft (WEG) Bücher schreiben. Da treffen die (Eigentümer-) Charaktere frontal aufeinander. Die des knallharten Sparers, der sich und seine Familie den ganzen Winter über mit 18 Grad Celsius „beglückt“. Und die des T-Shirt-im Dezember-Trägers, der tropische Temperaturen liebt.

Der Konflikt ist programmiert: Wo geheizt wird, entstehen Kosten, wo Kosten entstehen, denkt man über Einsparmöglichkeiten nach. Fassadendämmung, Dachdämmung, Thermofenster, neue Heizung und ähnliche Begriffe werden in einem Atemzug mit Energiebilanz genannt werden.

Doch was ist für eine Eigentümergemeinschaft sinnvoll? Es gibt vielerlei Berechnungen, mit welchen Maßnahmen wie viel Prozent Heizenergie eingespart werden kann. Bei der Entscheidung sollten auf das Objekt bezogene Berechnungen eines Fachingenieurs herangezogen werden.

Da Wärme nach oben steigt, wird übers Dach die meiste Energie abgegeben. Also ist Dachdämmung bei Energieeinsparmaßnahmen die erste Wahl. Hier amortisieren sich die Kosten meist am schnellsten. Kellerdeckendämmung ist aufwendig und teuer, der Einspareffekt relativ gering. Es ist zu überlegen, ob alte Fenster mit geringen Mitteln instand gesetzt werden können. In denkmalgeschützten Objekten ist dies angebracht. Thermofenster können zudem aufgrund ihrer Dichtigkeit zu Schimmel führen, wenn die Fassade nicht ebenfalls gedämmt wird. Bei der Heizung prüft das Wartungsunternehmen, ob die Mindesteffizienz gegeben ist.

Für alle Maßnahmen gilt: nicht planlos dem Dämm- und Einsparwahn verfallen, sondern die energetische Sanierung gut vorbereiten und fachgerecht umsetzen.

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