Handwerk

Tipps für den Tapetenwechsel

Alte Wandbeläge gehen häufig nur schwer ab. Ein Tapetenigel kann dabei helfen

„Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich“, soll der Schriftsteller Oscar Wilde einmal gesagt haben. Selbst bei hübschen Wandbelägen ist es irgendwann Zeit für einen Tapetenwechsel – und das Abkratzen mit dem Spachtel ist keine angenehme Aufgabe.

Wie schwierig diese Arbeit ist, hängt von der Tapete ab. „Glück hat ein Heimwerker, wenn er auf eine restlos trocken abziehbare Vliestapete trifft“, sagt Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut in Düsseldorf. So bezeichnete Produkte seien speziell beschichtet und ließen sich vollständig von der Wand abziehen.

Ebenfalls leicht entfernen lassen sich „spaltbar trocken abziehbare“ Bahnen. „Heimwerker können die oberste Schicht der Tapete meist in einem Rutsch abziehen“, erklärt Reich. Die untere Schicht bleibe glatt auf dem Untergrund zurück. Darauf könne dann ohne Probleme eine neue Bahn kommen.

Bei Papiertapeten kommt der Heimwerker in den meisten Fällen jedoch nicht darum herum, den alten Wandschmuck mit dem Spachtel zu entfernen. „Das geht leicht, wenn der Heimerker die alten Tapeten mit warmem Wasser, angereichert mit ein wenig Geschirrspülmittel, einstreicht“, sagt Reich. Im Baumarkt gibt es auch spezielle Tapetenablöser.

Haften die alten Tapeten sehr hartnäckig, kann heißer Dampf helfen. „Baumärkte vermieten solche Geräte“, sagt Neumann. Sie nützten aber wenig, wenn die Tapete dank eines Kunststoffüberzugs wasserfest ist. Hier müsse der Heimwerker zu anderen Maßnahmen greifen. Mit einem sogenannten Tapetenigel lasse sich die Oberfläche aufrauen. Dadurch dringe Feuchtigkeit in die darunterliegende Kleisterschicht und löse diese.

Heimwerker dürfen den Tapetenigel aber nicht auf Gipsfaserplatten verwenden, erklärt Neumann. Sie sind mit einer Schicht Pappe ummantelt, weshalb sie vor dem Tapezieren mit sogenanntem Tapetenwechselgrund bestrichen werden müssen. Sonst gehen die Bahnen eine feste Verbindung mit dem Karton ein und lassen sich später nicht mehr ohne Beschädigung ablösen.

Mancher kommt vielleicht auf die Idee, einfach über die alten Bahnen zu tapezieren. Auch wenn dies schneller und einfacher geht, als den alten Belag zu entfernen, ist es nicht ratsam. „Ein Mieter darf zwar während seiner Mietzeit so viele Tapeten übereinanderkleben, wie er will“, sagt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Beim Auszug könne der Vermieter jedoch verlangen, alle Schichten zu entfernen.

Mehrere Schichten alter Tapeten beim Auszug zu entfernen, ist kraftraubend. Für das restlose Entfernen sprechen vor allem handfeste technische Gründe. Denn damit eine neue Tapete hält, müsse der Untergrund trocken, glatt, fest, sauber sowie trag- und saugfähig sein. Kommt eine Tapete über eine bestehende Schicht, verliere diese durch den nassen Kleister oft ihren Halt an der Wand – die Folge ist, dass die neue und die alte Schicht dem Heimwerker entgegenkommen.