Energie

Der Trick mit den Rolläden

Die kalte Jahreszeit kommt, und Heizen wird teurer. Verbraucher können trotzdem sparen

Wer nicht in effizientere Heizmöglichkeiten investieren kann und will, muss aber nicht frieren. Denn schon allein das richtige Maß hilft, zu sparen: „Wer nur so viel heizt, wie er wirklich benötigt, kann seine Heizkosten bereits deutlich senken“, sagt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin. „Eine Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad bedeutet sechs Prozent Energieeinsparung.“

In Wohnräumen genügt eine Temperatur von 20 Grad. Ungenutzte Zimmer sollten nicht kälter als 16 Grad sein. Die Türen zu kälteren Räumen müssen geschlossen sein. Sonst kommt warme Luft in das kühle Zimmer – und das kann zur Folge haben, dass die Luftfeuchtigkeit an der kalten Wand kondensiert und sich Schimmel bildet.

„Nachts sollte man Rollläden und Vorhänge schließen“, erläutert Stolte. Dadurch verhindert man, dass besonders bei alten Fenstern Wärme nach draußen entweicht. Ebenso sollten Heizkörper nicht abgedeckt werden oder hinter langen Vorhängen verschwinden, da sich sonst die Wärme staut.

Doch die Verbraucher sollten nicht am falschen Ende sparen und deshalb weniger lüften. Deshalb raten Fachleute, mehrmals täglich kräftig zu lüften. Ein über längere Zeit gekipptes Fenster hilft nicht, denn dabei entweicht nur die Wärme. „Und die Heizung braucht dann wieder länger, um eine angenehme Temperaturen zu erreichen“, erklärt Stolte. „Auch der richtige Umgang mit Thermostatventilen spart Energie“, sagt Andreas Braun von Co2online aus Berlin. Mit diesem lässt sich in jedem Raum per Hand an einem fünfstufigem Kopf die Wunschtemperatur einstellen.

Ventile der Klasse A kaufen

Üblicherweise justieren die Hersteller die Thermostate so, dass mit der Einstellung drei eine Raumtemperatur um 20 Grad erreicht wird. Bei längerer Abwesenheit lohnt sich laut Braun das Herunterregeln der Thermostate auf die Stufe zwei. Die Temperatur sinke dann auf etwa 16 Grad. „Das Thermostatventil ist kein Wasserhahn“, erläutert Braun die Funktionsweise. Ein Thermostatventil lasse nicht mehr Wärme durch, wenn man es weiter aufdreht. Ist das Ventil nur ein Grad über der aktuellen Raumtemperatur eingestellt, so sei das Ventil bereits voll geöffnet. Ein kaltes Zimmer werde nicht schneller warm, wenn das Thermostatventil auf Stufe fünf aufgedreht wird. „Lassen sich die Ventile nur noch schwer bewegen oder sind die Heizkörper immer gleichbleibend heiß, sollten sie ausgetauscht werden“, sagt Braun. Nach etwa 15 Jahren sollten Thermostate gewechselt werden. Beim Neukauf raten Fachleute, Produkte mit dem Energieeffizienz-Label der Klasse A zu kaufen.

Sogar Bewohner in Häusern mit zentralen Heizungsanlagen haben die Möglichkeit, ihre Temperatur unabhängig von den Nachbarn einstellen. Statt einfacher Ventile sind dafür elektronische Modelle mit Zeitsteuerung sinnvoll. „Diese Maßnahme sollte man mit dem Vermieter absprechen“, erklärt Dietmar Wall, Rechtsexperte des Deutschen Mieterbundes.

In Wohnungen mit eigener Gastherme haben Mieter mit dem jeweiligen Versorger einen eigenen Vertrag. Geld lässt sich hier durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter sparen. Verträge mit Vorauszahlungen an das Versorgungsunternehmen mit langer Vertragslaufzeit seien nicht ratsam, sagt Wall.