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Heizung: Ein Recht auf mindestens 20 Grad ++ Lagerung: Vermieter darf Gegenstände nicht entsorgen

Ein Recht auf mindestens 20 Grad

Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung dürfen nicht eigenmächtig den Temperaturregler hoch- oder herunterdrehen. Die Eigentümerversammlung kann beschließen, dass nur der Verwalter der Immobilie einen Schlüssel für den Heizraum erhält und nur dieser Zutritt zum Heizungskeller hat. Für Notfälle empfiehlt sich ein weiterer Schlüssel in einem Kasten neben der Heizungskellertür. Eigentümer haben ein Recht darauf, dass sie ihre Räume zwischen 7 und 22 Uhr mindestens auf 20 Grad erwärmen können. So urteilte das Oberlandesgericht Celle (Az.: U 200/88). Zwischen 22 und 7 Uhr sollten es mindestens 17 Grad sein, legte das Amtsgericht Hannover fest (Az.: 514 C 1852/83). Weniger Wärme sei nur zulässig, wenn alle Eigentümer damit einverstanden seien, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in der neuen Ausgabe des Lexikons „Eigentumswohnung. Praxiswissen von A bis Z“.

Vermieter darf Gegenstände nicht entsorgen

Unberechtigt auf dem Dachboden gelagerte Gegenstände eines Mieters darf der Vermieter nicht einfach entsorgen. Macht er es trotzdem, muss er dem Mieter im Zweifelsfall Schadenersatz leisten. Über ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg (Az.: 235 C267/12), berichtet das Magazin „Der Grundeigentümer“ (Ausgabe 19/2013). Das Gericht hielt den Vermieter in diesem Fall für schadenersatzpflichtig, sah aber ein Mitverschulden der Mieterin darin, dass sie ihre Sachen unberechtigt auf dem Dachboden des Mietshauses gelagert hatte. Der Vermieter hätte die Mieterin auf Räumung des Dachbodens verklagen müssen und ein Urteil zu seinen Gunsten vollstrecken dürfen. Zu einem eigenmächtigen Vorgehen ohne Ankündigung war er nicht berechtigt, so das Gericht.