Gastkolumne

Vorsicht, hohe Nebenkosten

Ingo Schatz ist WEG-Experte bei der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Gekauft! Die richtige Wohnung ist gefunden, der Kaufpreis liegt im Bereich des Machbaren – und nun steht der Gang ins Möbelhaus an, um ein neues Sofa auszusuchen. Doch halt! So mancher Käufer ist sich nicht bewusst, wie viele Nebenkosten beim Erwerb einer Wohnung anfallen. So kann in manchen Fällen auf den Preis der Wohnung ein Aufschlag von bis zu 14 Prozent dazugerechnet werden. In Zahlen: Bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro sind das fast 30.000 Euro zusätzlich , so „nebenbei“. Unter 6,5 Prozent Erwerbsnebenkosten kommt man keinesfalls weg.

Unvermeidbar ist die Grunderwerbsteuer. Die beträgt in Berlin derzeit fünf Prozent des Kaufpreises. Ab dem 1. Januar 2014 soll sie auf sechs Prozent angehoben werden – einer der höchsten Sätze in der Republik.

Bei den Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrages lohnt es sich zu klären, ob die Zahlung über ein Notaranderkonto notwendig ist, wodurch Extra-Gebühren anfallen würden. Ganz ohne Notar können Kaufverträge allerdings nicht geschlossen werden.

Wenig Spielraum gibt es bei den Gebühren des Grundbuchamtes. Diese belaufen sich auf rund 0,5 Prozent des Kaufpreises.

Zu guter Letzt bleiben noch die Maklergebühren. Diese variieren je nach Bundesland und betragen in Berlin derzeit 7,14 Prozent des Kaufpreises – zu zahlen hat allein der Erwerber. Hier bietet sich das größte Einsparpotenzial: im Internet nach provisionsfreien Objekten suchen, ansonsten mit dem Makler über die Höhe der Provision verhandeln. Bei sehr begehrten Objekten wird sich das allerdings in einem engen Rahmen bewegen.

Und das Sofa? Muss vielleicht zunächst noch im Möbelhaus bleiben. Es sei denn, man hat es in den „Nebenkosten“ eingeplant.