Finanzierung

Deutsche tun sich schwer mit finanziellem Wissen

Die Bildung von Eigentum ist ein langwieriger Prozess. Und die niedrigen Zinsen können Laien leicht verführen

Die Finanzierung einer Immobilie nimmt Jahre, in den meisten Fällen Jahrzehnte in Anspruch. Die größte Investition im Leben sollte deshalb solide geplant, langfristig sicher und dauerhaft bezahlbar sein. Eine relativ sichere Grundlage sei eine Finanzierung, die sich aus den drei Bausteinen 20 Prozent Eigenkapital, 30 Prozent Bauspardarlehen und 50 Prozent Hypothekendarlehen zusammensetzt, so die LBS West.

Während beim Eigenkapital Bargeld, Sparguthaben, Wertpapiere, Guthaben auf einem Bausparvertrag oder auch ein vorhandenes eigenes Grundstück eingesetzt werden kann, können zum Beispiel weitere 50 Prozent der Kaufsumme mit einer langfristigen Hypothek abgedeckt werden. Obwohl die derzeit niedrigen Zinsen sehr verlockend sind, bergen sie jedoch auch Gefahren. Denn je geringer die Zinsen sind, desto länger dauert bei gleicher Tilgungshöhe die Entschuldung. Ein Beispiel: Eine Finanzierung über 200.000 Euro mit einer Anfangstilgung Tilgung von ein Prozent wäre beim aktuellen Zinssatz von rund 3 Prozent erst nach 46 Jahren abbezahlt. Dem gegenüber wäre der Bauherr bei einer Tilgung von vier Prozent bereits nach 18 Jahren entschuldet und würde dadurch zehntausende Euro gegenüber dem niedrigeren Tilgungssatz sparen. Aus diesem Grund raten Fachleute, die extrem günstigen Zinsen für eine höhere Tilgung zu nutzen.

Trotzdem bleiben manche Eigenheimträume unerfüllt, da 53 Prozent der Deutschen keine Finanzbildung haben, so das Ergebnis einer Studie der ING-DiBa in zwölf europäischen Ländern unter 11.000 Erwachsenen. Mit anderen Worten outen sich 35 Millionen Deutsche als finanzielle Analphabeten.