Einrichtung

Waldbewohner im Wohnzimmer

Tiere und Bäume als Deko-Artikel liegen im Trend. Dauerbrenner ist die Eule

Jedes Jahr sind auf den Wohnmessen viele Trends zu sehen. Die meisten verschwinden schnell wieder. Doch einer hält sich nun schon seit Längerem – und bekommt jedes Jahr Zuwachs: Figuren und Formen aus dem Wald sind der Renner unter den Dekorationsartikeln für Haus und Wohnung. Es begann mit Eulen, zu ihnen gesellen sich inzwischen Rehe und Singvögel. In diesem Jahr kommt der Fuchs hinzu, berichtet die Trendanalystin Nicolette Naumann von der Messe Frankfurt.

„Das Thema Wald ist für mich überraschenderweise ein sehr haltbarer Trend geworden“, erläutert Naumann, die für die Konsumgütermessen in Frankfurt verantwortlich ist. Dazu zählt die Tendence, die am 24. August beginnt. Dort zeigen die Hersteller, was außer Möbeln die Räume zieren kann. „Füchse, Vögel, Igel, Eicheln und Tannenzapfen“, zählt Naumann ihre Entdeckungen auf. „Sogar am Schmuck sieht man diese: Es wird Eicheln und Tannenzapfen an Anhängern geben.“

Los ging es vor ein paar Jahren mit der Eule, danach waren Rehe und Hirsche als Figuren für das Regal oder gedruckt auf Kissen, Tischdecken und Porzellan besonders beliebt. Der Fuchs als Newcomer ist eine weniger romantisch-verklärte Figur – „aber er wird freundlich dargestellt“, sagt Naumann.

Die Figuren sind vornehmlich in zwei Weisen zu sehen: zum einen grafisch vereinfacht und in geometrische Formen gepresst – zum Beispiel das Gesicht des Fuchses als Dreieck. Auch Pilze und Tannenbäume bieten sich für diese Stilrichtung gut an. Zum anderen wirken die Waldbewohner, als wären sie einem Kinderbuch entsprungen, vergleicht Naumann. Sie vermutet den Grund für diese Art der Darstellung in einem Verlangen der Menschen nach allem, was natürlich ist.

Denn die Mehrheit der Deutschen wohne in einem Ballungsraum und erlebe Natur nicht mehr im Alltag. Daher habe sich eine Sehnsucht nach Feld, Wald und Wiese – und eben den darin vorkommenden Figuren eingestellt. „Aber die Natur ist auch etwas Unrealistisches geworden“, erläutert die Trendanalystin. Der Mensch muss sie sich bewusst ins Haus holen – und das wirke künstlich. Daher werden die Tiere und Pflanzen eher so dargestellt, wie sie in der Realität nicht vorkommen: „Mit einer leicht kindlichen Note, wie aus einer Illustration in einem Kinderbuch.“

Außer diesen Figuren kommen immer mehr echte Pflanzen ins Haus, berichtet Naumann. Entsprechend kümmere sich die Dekorations-Branche vermehrt um innovative und schöne Pflanzgefäße. So gibt es derzeit zum Beispiel auch viele über Kopf hängende Modelle. Im hochpreisigen Segment werden wertige Übertöpfe aus Metall und anderen Materialien angeboten – die zur entsprechenden Einrichtung gut passen.

Dass der Trend bald wieder vorbei ist, erkennt die Expertin nicht. „Ich habe erwartet, dass die Eulen schon vor zwei, drei Jahren wieder verschwinden würden. Es überrascht mich, wie lange der Trend hält.“ Und er werde von Saison zu Saison ausgeweitet.

Auf der Messe Tendence wird besonders viel davon zu sehen sein – denn dort präsentieren die Aussteller auch die Weihnachtsdekoration. Dazu gehören ja traditionell Bäume, Tannenzapfen und Waldtiere. Daneben erwartet Naumann aber Neues: „Zunehmend wird Weihnachten losgelöst vom christlichen Gehalt“, sagt die Trendbeobachterin. „Es geht vermehrt darum, was originell ist und eigene Vorlieben bedient.“ Statt den traditionellen Symbolen zieren trendige Bäume zum Beispiel Feen. Schlitten, Katzen, sogar Bierkrüge als Anhänger gab es in den vergangenen Jahren zu sehen. „Wenn Sie wollen, können Sie einen Sex-and-the-City-Baum schmücken: Mit hochhackigen Schuhen“, nennt Naumann ein Beispiel.