Gastkolumne

Freiheit käuflich zu erwerben

Du kaufst keine Wohnung. du kaufst Freiheit.“ So oder ähnlich werben Bausparkassen für Immobilienfinanzierungen. Sicherheit, Seriosität und Unabhängigkeit wird gerne vermittelt, wenn es um Investitionen ins Eigentum geht. Gerade in Zeiten von Euro-Krise, Mietsteigerungen und niedrigen Zinsen bei Hypothekendarlehen trifft das den Nerv aller, die an die Zukunft und an ihre Altersvorsorge denken. Fazit: Man schafft sich eine Immobilie an.

Doch die Freiheit kann schnell Grenzen haben. Bevor man also den Weg zum Notar antritt, sollte man ein paar Grundregeln beachten: Eine Eigentumswohnung kann man selbst nutzen oder vermieten. Passen Lage, Größe und Ausstattung gut mit dem Erwerber zusammen, zieht er meist selbst ein. Ein Jobwechsel oder eine Veränderung der Familiensituation kann aber die Selbstnutzung obsolet machen. Bleibt die Vermietung. Als Investor sollte man sich von vornherein von dem Gedanken verabschieden, dass sich der Kauf der Wohnung ausschließlich durch die Mieteinnahmen trägt. Auch wenn seitens der Banken Finanzierungen inklusive Erwerbsnebenkosten angeboten werden, drohen Risiken: Kommt ein Mieter seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach oder wird nicht sofort ein (Nach-)Mieter gefunden, müssen Eigenmittel aufgebracht werden. Auch der Beschluss einer Sonderumlage durch die Versammlung kann an die Ersparnisse gehen. Schön also, wenn sich die Immobilie durch die Mieteinnahmen trägt. Verlassen kann man sich darauf nicht. Vor dem Kauf sollte immer eine Investitionsrechnung erstellt und ein finanzielles Polster eingeplant werden.

Bei der Auswahl der Immobilie zählen drei von Conrad Hilton geprägte Kriterien: Lage, Lage, Lage. Den baulichen Zustand des Wohnhauses lässt der Erwerber am besten fachmännisch prüfen. Des Weiteren sollte ein Blick auf eine vernünftige Größe und die mögliche Barrierefreiheit gelenkt werden, um die Vermietungsattraktivität zu gewährleisten.

Berücksichtigt man dies alles und kauft eine Wohnung in einer professionell betreuten Eigentümergemeinschaft, kann kaum noch etwas schiefgehen. Ein Grundstein für die Altersvorsorge ist gelegt – und man kommt der Freiheit ein ganzes Stück näher.

Ingo Schatz ist WEG- Experte und Teamleiter bei der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins