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Abwasserleitung: Steuerliche Abschreibung für die Dichtheitsprüfung ++ Schallschutz: Es gelten die Vorgaben aus der Zeit der Erbauung

Steuerliche Abschreibung für die Dichtheitsprüfung

Selbstnutzende Hauseigentümer können Kosten der Dichtheitsprüfung von Wasserleitungen steuerlich als haushaltsnahe Handwerkerleistung absetzen. Wenn das Finanzamt dies ablehnt, sollten Betroffene Einspruch einlegen, empfiehlt die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund. Aufwendungen für die Überprüfung sind eine steuerbegünstigte Handwerkerleistung im Sinne von § 35a EStG. Dies hat das Finanzgericht Köln bestätigt (Urteil vom 18.10.2012, Az. 14 K 2159/12). Betroffene sollten auf das Urteil hinweisen und betonen, dass der Bundesfinanzhof sich derzeit unter dem Aktenzeichen VI R 1/13 mit dem Urteil auseinandersetzt. Das Finanzamt wird dann erst handeln, wenn der Bundesfinanzhof entschieden hat. Es profitieren demnach nur die Eigentümer, deren Bescheide offen gehalten wurden“, erläutert Kai Warnecke von Haus & Grund Deutschland die Rechtslage.

Es gelten die Vorgaben aus der Zeit der Erbauung

Mieter haben immer nur Anspruch auf den Schallschutz, der bei Errichtung des Wohnhauses galt. Zu einer nachträglichen Verbesserung des Schallschutzes ist der Vermieter nur verpflichtet, wenn er neu baut oder das Gebäude grundlegend verändert, entschied der Bundesgerichtshof (BGH VIII ZR 287/12). Nachdem der Vermieter in dem 50 Jahre alten Haus die Dachgeschosswohnungen umbaute, reklamierten die darunter wohnenden Mieter eine unzureichende Schallisolierung und minderten die Miete um 20 Prozent. Zu Unrecht. Haben Mieter und Vermieter keine konkreten Vereinbarungen zur Verhinderung von Schall getroffen, gilt der Schallschutz als vertragsgemäß, der den technischen Normen entspricht, die bei Errichtung des Gebäudes galten, so die Begründung des Bundesgerichtshofes.