Technik-Trends

Smarte Hausgeräte denken mit

Die Elektronikmesse IFA stellt demnächst Technik-Trends vor, die vieles erleichtern

Smart ist das Schlagwort, das auf der Elektronikmesse IFA in Berlin (6. bis 11. September) stark strapaziert werden wird. Es bedeutet schnell, gewitzt, schlau. Geräte mit diesem Prädikat können miteinander und im Internet kommunizieren, ihren eigenen Bedienungszustand beobachten und den Benutzer darüber informieren. Jedes Jahr lassen sich mehr Haushaltsgeräte mit dem Handy bedienen: Auf der diesjährigen IFA stellt Samsung eine Waschmaschine mit WLAN-Zugang vor. Der Benutzer startet sie mit einer App auf dem Smartphone, nachdem er Temperatur und Anzahl der Spülgänge ausgewählt hat. Die App zeigt an, wie weit das Gerät ist und meldet sich, wenn der Waschvorgang beendet ist. So könne die große Wäsche quasi nebenbei erledigt werden, sagt der Hersteller.

Auch kleinere technische Probleme lassen sich per Smartphone regeln. Anstatt auf einen Termin mit dem Servicetechniker zu warten, genügt ein Fingertipp und die Smart Check-App sorgt für Erste Hilfe.

Ferner werden attraktive Hausgeräte zu sehen sein, die dem Benutzer die Hausarbeit erleichtern und überdies immer weniger Energie verbrauchen. Viele Hersteller von Waschmaschinen setzen in diesem Jahr vor allem auf benutzerfreundliche Bedienung. Grundig stellt ein Gerät vor, das automatisch die Menge des Waschmittels dosiert – je nachdem, wie stark die Wäsche verschmutzt ist. „Das spart bis zu 40 Prozent Energie“, sagt Nina Sender, Teamleiterin für Haushaltsgroßgeräte. Außerdem sind Kühlschränke und Gefrierkombinationen vielseitiger geworden. Grundig hat ein Gerät entwickelt, bei dem der Nutzer zwei Kühlkreisläufe individuell einstellen kann. Auch beim neuen Samsung-Gerät „French Door“ sind verschiedene Segmente wählbar. Darunter gibt es einen Bereich, dessen Temperatur flexibel zwischen zwei Grad zum Kühlen und minus 23 Grad zum Gefrieren eingestellt werden kann. Praktisch ist das etwa, wenn mal für den Grillabend viel Fleisch richtig temperiert werden muss, und am anderen Tag die Torte im Kühlschrank einen richtig temperierten Platz braucht.

Die Sensoren in Gorenjes Kombigerät speichern die Gewohnheiten der Bewohner und verteilen die Temperatur daraufhin angepasst. Wird die Kühlschranktür zum Beispiel zwischen 17 und 19 Uhr häufig geöffnet und geschlossen, reguliert sich die Temperatur vor diesem Zeitraum entsprechend herunter. „So erwärmt sich das Kühlgut nicht und die Lebensmittel bleiben bis zu 20 Prozent länger frisch“, erklärt Marketing-Managerin Elisabeth Wieser.

Kochen ist wieder ein großes Thema auf der IFA – denn die Küche wird immer mehr zum Statussymbol. Nicht nur die großen Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Herd und Geschirrspüler sollen sich nahtlos ins edle Design einfügen und möglichst grifflos zu öffnen sein. Kleingeräte wie Kaffeemaschinen, Toaster, Wasserkocher oder Rührgeräte sollten nicht mehr bunt gemischt auf der Arbeitsplatte herumstehen.

Die Weiße Ware hat längst ihr Hausfrauen-Image abgelegt und ist in der modernen Technikwelt angekommen. Lifestyle, Design und sparsamer Energieverbrauch sind die großen Themen in diesem Bereich auf der diesjährigen IFA. Zwar gibt es einen Trend zu smarter Haustechnik, in dieser Hinsicht sind sich die Experten einig. Doch noch zögern die Verbraucher mit dem Kauf der schlauen Produkte.

Das bestätigt eine Studie des Messeveranstalters, der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik gfu. Gegenwärtig sind nur 13 Prozent der deutschen Haushalte vernetzt und steuern ihre Geräte im Haus via Tablet oder Smartphone.