Gastkolumne

Sicherheit für Rücklagen

Hans-Georg Kranz ist Geschäftsführer der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Die gute Nachricht zuerst: Rücklagen von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) sind jetzt gesetzlich geschützt. Endlich.

Die schlechte Nachricht: Das war bisher nicht so. Anbei ein kleines Horrorszenario: Mit Deutschland geht es bergab. Zur Rettung des Landes und der Banken werden wie in Zypern die „kleinen“ Sparer herangezogen. Wer über 100.000 Euro auf der Kante/dem Konto hat, muss sich beteiligen, ob er will oder nicht.

Eine große WEG hat schnell mal Instandhaltungsrücklagen von mehreren Hunderttausenden Euro angespart. Dieser Reichtum ist natürlich relativ, wenn eine energetische Sanierung in die Millionen geht. Kein Wunder, dass sich die Eigentümer Sorgen um ihr Erspartes machten. Zypern lässt grüßen. Denn bisher wurden WEG-Konten aufgrund der Teilrechtsfähigkeit wie die von Einzel-Anlegern betrachtet, auch im Falle eines Entschädigungsanspruches. Das Guthaben ist aktuell nur bis 100.000 Euro gesetzlich gesichert.

Noch vor der Sommerpause wurden durch den Deutschen Bundestag (Drucksache 17/13541) und den Bundesrat (374/13) entsprechende Änderungen auf Grundlage der Anpassung der Richtlinien und Verordnungen der EU beschlossen. Es wurde dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) ein zusätzlicher Passus beigefügt. Demnach sind Sparguthaben von WEG im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung ab dem 1. Januar 2014 auch über einen Betrag von 100.000 Euro staatlich abgesichert. Zukünftig werden WEG-Konten als Gemeinschaftskonten ausgelegt, bei denen alle Mitglieder der WEG als Kontoinhaber zählen. Es gilt der Anteil des einzelnen Kontoinhabers als Obergrenze für Entschädigungsansprüche.

Durch die EU-Finanzminister wurde eine Haftungsreihenfolge zur Rettung zahlungsschwacher Banken vorgeschlagen. Demnach sollen Anteilseigner, Gläubiger, Investoren und Sparer ab einem Guthaben von 100.000 Euro mit acht Prozent ihrer Einlagen zur Bankenrettung beitragen, erst danach werden Steuergelder herangezogen. Bis zur Umsetzung wird noch Zeit ins Land gehen. Erst einmal können jedoch Eigentümer aufatmen, ihr Sparguthaben auf den WEG-Konten ist ab Januar 2014 gesetzlich geschützt. Dank Zypern.

Nächste Woche: Wohneigentum als Altersvorsorge