Medien

Das vernetzte Heim

Vom Fernseher bis zum Blu-Ray-Player: Neue Geräte lassen sich mit dem Internet verbinden

Das Internet ist im Wohnzimmer angekommen: Jeder Dritte hatte Ende 2012 in Deutschland seinen Fernseher mit dem Netz verbunden, entweder direkt oder über ein Zusatzgerät. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des IT-Verbands Bitkom hervor. Acht Prozent surfen demnach über ihren Blu-Ray-Player, fünf Prozent nutzen eine Spielekonsole. Sind die Geräte ans Netz angebunden, kann der Nutzer damit nicht nur Videos und Musik aus dem Internet, sondern auch aus dem heimischen Netz abrufen.

Kinderspiel auch für Laien

Wer sich dafür interessiert, stößt früher oder später auf die Abkürzung DLNA. Die vier Buchstaben stehen für „Digital Living Network Alliance“. „Das ist ein Zusammenschluss von rund 250 Firmen, die einen Standard etabliert haben, auf dem ihre Geräte Multimedia-Daten via Netzwerk bereitstellen, streamen und abspielen können“, erklärt Markus Mizgalski von der Zeitschrift „PC Praxis“.

DLNA-fähig können neben Fernsehern auch andere Geräte sein – Blu-Ray-Player, Satelliten-Receiver, Internetradios, Funklautsprecher, AV-Receiver, aber auch Netzwerkspeicher, Router sowie Smartphones und Tablets. Unterstützen zwei Geräte DLNA, erkennen sie sich im Netzwerk gegenseitig. So wird die Einrichtung eines Heimnetzwerks auch für Anfänger zum Kinderspiel.

Die Anwendungsszenarien sind vielfältig. „Stellen Sie sich vor, Sie pflegen eine Mediensammlung auf Ihrem Computer im Arbeitszimmer“, sagt Andreas Frank, Redakteur bei der Zeitschrift „Connected Home“. „Mit DLNA können Sie bequem vom Sofa im Wohnzimmer die Bilder betrachten und die Musikstücke hören. Und zwar wahlweise auf Ihrem Fernseher oder auf dem Tablet-Computer.“ Wo die Daten gespeichert sind, ist unwichtig.

Dreh- und Angelpunkt im Heimnetzwerk ist der Router. Er verteilt die Daten zwischen den verschiedenen Geräten. Für das Streamen von Multimedia-Daten reiche in der Regel ein Router mit Ethernet-Buchsen, die 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) transportieren, sagt Frank. Gigabit-LAN (1000 MBit/s) lohnt sich vor allem für das schnelle Kopieren von Dateien zwischen zwei Geräten im Netzwerk. Für flüssiges Streaming per Funk sollte der Router den schnellen WLAN-Standard 802.11n unterstützen. Dessen Nachfolger 802.11ac ist zwar noch schneller, bisher sind aber nur wenige Geräte damit ausgestattet. Jetzt schon ein echter Vorteil ist es, wenn der Router neben dem 2,4-Gigahertz- (GHz) auch im 5-GHz-Band funkt. „Im 2,4-GHz-Band ist heute ein Großteil aller Router unterwegs. Dadurch stören sie sich gegenseitig“, sagt Frank. „Das 5-GHz-Band wird noch relativ wenig genutzt und bietet dadurch mehr Reserven.“ Damit der Frequenzwechsel klappt, müssen auch alle Endgeräte beide Bänder unterstützen. Wer einen sogenannten Dual-Band-Router besitzt, kann sogar zwei parallele Netze auf beiden Frequenzen aufbauen.

Schwieriger als die Einrichtung des WLAN ist für Laien oft, den Medienserver ans Laufen zu bringen. Das ist das Gerät, auf dem die Videos und Musikstücke für das Heimnetzwerk tatsächlich lagern. Diese Rolle kann zum Beispiel ein Netzwerkspeicher (NAS) übernehmen. Anfänger sollten beim Kauf aber darauf achten, dass das Gerät einen Installationsassistenten mitbringt, der ihnen bei den ersten Schritten hilft. Wer den Aufwand scheut, kann die Daten auch auf dem Computer mit Windows-Bordmitteln für das Netzwerk freigeben. Streaming funktioniert dann aber nur, wenn der Rechner eingeschaltet ist.

Für Apple-Fans gibt es abseits von DLNA auch die Streamingmethode Airplay. Dieser Standard steht auf allen iOS-Geräten mit mindestens Version 4.3 des Betriebssystems zur Verfügung, iTunes unterstützt Airplay seit der Version 10.2. Empfänger der Streams können unterschiedliche Geräte sein, darunter Funklautsprecher und AV-Receiver diverser Hersteller sowie die Settop-Box Apple TV.

Airplay in der Praxis stabiler

„Die Geräte tauchen im AirPlay-Menü auf, sobald sie mit demselben WLAN oder Router verbunden sind“, erklärt Andreas Frank das Prinzip. Im Vergleich zu DLNA hat Airplay einige Komfortfunktionen mehr: So sorgt Apple zum Beispiel mit strengen Vorschriften dafür, dass die Bedienung überall gleich funktioniert. Außerdem sei Airplay in der Praxis oft etwas stabiler, sagt Frank. Geräte, die den Apple-Standard unterstützen, sind jedoch in der Regel noch relativ teuer, DLNA haben zum Beispiel auch günstigere Lautsprecher an Bord. Und Android-Smartphones und -Tablets könnten ihre Musik nur mit inoffiziellen Apps zum Airplay-Empfänger schicken.