Energie

Kühle ohne Klimaanlage

Fertighäuser mit angenehmer Raumtemperatur, auch ohne hohen Stromverbrauch

- In der heißen Jahreszeit zeigt sich: Genauso wichtig wie die Wärme im Winter sind kühle Wohnräume im Sommer. Klimaanlagen helfen zwar, doch nicht jeder fühlt sich damit wohl. Und sie verschlingen sehr viel Strom: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind es 21 Terawattstunden pro Jahr.

Wichtigste und zugleich einfachste Maßnahme gegen heiße Räume ist konstruktiver Sonnenschutz. Das Prinzip: Durch Verschattung an den richtigen Stellen wird die direkte Sonnenstrahlung in das Haus verringert, die Räume heizen sich weniger stark auf. Für Schatten können weite Dachüberstände sorgen, bei Flachdächern oder den beliebten Pultdächern auch ein elegantes Vordach.

Schon bei der Planung des Grundrisses ist es sinnvoll, an den Sommer zu denken. Hitzeschutz ist nämlich oft nur eine Frage der Himmelsrichtung: Das Schlafzimmer sollte nicht unbedingt nach Süden oder Westen weisen, hier ist der Osten für die meisten Menschen die angenehmste Stelle im Haus. Wer eine großflächige Verglasung wünscht, sollte auch gleich Rollläden mit einplanen, die sich komfortabel per Zeitschaltuhr dem Sonnenstand anpassen. Auch ein Baum im Garten spendet, an der richtigen Stelle gepflanzt, wertvollen Schatten.

„Die Hersteller von Fertighäusern beweisen, dass angenehme Temperaturen auch ohne hohen Stromverbrauch möglich sind“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Dirk-Uwe Klaas. Sie statten ihre energieeffizienten Häuser mit Technikpaketen aus, die nicht nur den Heizwärmebedarf im Winter senken, sondern auch für Kühlung im Sommer sorgen. Oft wird dafür kein elektrischer Strom in Anspruch genommen, sondern lediglich die Gesetze der Physik.

Einige Baustoffe der modernen Fertigbauweise enthalten so genanntes „Phase Change Material“ wie zum Beispiel eingekapseltes Paraffin. Als Bestandteil von Holzwerkstoffen, Gipsplatten, aber auch Estrichen oder Putz dient es ebenfalls der passiven Kühlung. An heißen Sommertagen schmelzen diese Materialien und nehmen dabei viel Wärme auf, ohne sich selbst zu erhitzen. Kühlt die Raumluft dann nachts bei offenem Fenster oder durch den Betrieb einer Lüftungsanlage wieder ab, wird das Material wieder fest. Es ändert sich lediglich der Aggregatzustand, nicht die Temperatur.