Cumberland

Ein Wohnhaus mit Geschichte

Im Cumberland haben sich Thorsten Krauß und Claudia Froben-Krauß den Traum vom Leben in zentraler Lage erfüllt

Draußen wird noch kräftig gewerkelt. Ein Arbeiter im Schutzanzug putzt alten Stuck an einer Säule, ein anderer klopft Pflastersteine in den Boden. Dabei sind viele Wohnungen des Cumberland Hauses am Kurfürstendamm seit einigen Wochen bezugsfertig. Lediglich in den Wohnungen des letzten Bauabschnittes sowie an der Gestaltung der Innenhöfe und an Teilen der Fassade wird noch gearbeitet. Spätestens im September, so die Planung der Investoren, sollen alle Wohnungen und auch die Höfe im neuen Glanz erstrahlen.

Die Baustelle vor der Tür stört Thorsten Krauß nicht. Er freut sich auf den Senk-Garten, durch den er noch in diesem Spätsommer spazieren kann. Als einer der ersten ist der Berliner Bauunternehmer vor wenigen Wochen mit seiner Frau Claudia Froben-Krauß und dem Sohn Johnny in die neue 131 Quadratmeter große Maisonette-Wohnung im Cumberland gezogen. „Es ist einfach schön. Ich wollte schon immer in einem Gebäude mit einem Namen wohnen“, sagt er und fügt an: „Das ist Großstadt!“.

Schon im Flur der Wohnung wird eines deutlich: Hier wohnen Kunstkenner! Der Betrachter staunt über die zahlreichen Porträts des renommierten Berliner Künstlers Guido Sieber gepaart mit etlichen großen wie kleinen Werken bekannter und weniger bekannter Künstler. „Meine Frau und ich sind beide Kunstliebhaber. Wir sammeln für uns und kaufen, was uns gefällt – vom teuren Bild eines bekannten Künstlers bis zum Bild für fünf Dollar“, sagt der Hausherr und führt ins Innere.

Das Esszimmer der Wohnung befindet sich dort, wo sich auch das ursprüngliche Frühstückszimmer des ehemaligen Hotels Cumberland befand. Ein großer Holztisch mit sechs restaurierten Tonet-Holzstühlen und einer langen Holzbank bildet den Mittelpunkt des Raumes.

Ein Kontrast dazu ist das bunte Sofa an der Wand vor einer ebenso bunten, zweimal zwei Meter großen Leinwand mit einem Werk des Künstlers Marc Taschowsky. Vom Sofa aus schweift der Blick auf ein gut sechs Meter hohes Bücherregal an der Wand gegenüber, das sich über beide Stockwerke der Wohnung erschließt. Daran lehnt eine Leiter. „Solch ein Regal wollte ich schon immer haben“, sagt Thorsten Krauß und klettert die Leiter herauf.

Sämtliche Möbel, darunter zahlreiche Einbauschränke, wurden individuell nach den Wünschen des Bauingenieurs und seiner Frau gefertigt. Es dominiert die Farbe Weiß. Diese fügt sich gut zu den geräucherten Eichendielen in der Wohnung.

Eine massive Metalltreppe führt in die Galerie und das obere Stockwerk. Von der Galerie blickt man hinunter auf den Frühstückstisch und durch das bodentiefe Fenster in den Garten, der originalgetreu restauriert wurde. Hier oben ist der richtige Platz für einen gemütlichen Fernsehabend. Das große Sofa lädt aber auch zum ruhigen Verweilen ein – die Bücher des meterhohen Regals immer in Griffnähe.

„Wir sind beide Saunagänger“, sagt Claudia Froben-Krauß und präsentiert die Sauna der Familie, die sich nebenan befindet. Direkt daran grenzt ein eigener Weinkeller – eine klimatische Herausforderung, die aber funktioniert.

Auch das Schlafzimmer ist in Weiß gehalten. Neben einem opulenten Bett dominieren auch hier weiße Einbauschränke und Regale. Blickfang sind die freistehende Badewanne wie auch die Dusche, die – passend zur eigenen Sauna – mit einer Brause und einem typischen Holzeimer bestückt ist.

„Man glaubt gar nicht, wie ruhig es in unserer Wohnung ist, und das, obwohl wir mitten in der City sind“, sagt Claudia Froben-Krauß. Ihr Mann fügt an: „Im Schlafzimmer hören wir morgens sogar die Vögel zwitschern. Manchmal so laut, dass wir das Fenster schließen müssen.“

Der Clou der Wohnung ist allerdings „der kleinste Raum im Cumberland“, wie es Thorsten Krauß formuliert. Dieser verwinkelte Raum mag nicht größer als fünf Quadratmeter sein und befindet sich im Erdgeschoss. „Das ist der Arbeitsraum meines Mannes. Aber damit nicht genug – es ist auch noch eine Art Gästezimmer. Hier hat mein Mann sich etwas Besonders überlegt und ein hydraulisches Bett einbauen lassen“, erzählt Claudia Froben-Krauß und drückt auf einen Knopf. Prompt fährt mit leisem Surren ein Bett von der Decke herunter.

Die Familie ist froh, in die luxuriöse Wohnung mit exklusiver Adresse gezogen zu sein. „Ich möchte im Alter leben, wo es Spaß macht. Hier haben wir viele Freunde und hier ist was los“, erklärt der Hausherr.

Thorsten Krauß freut es, dass das Konzept der Investoren aufgegangen ist. Er hält dies für die richtige Strategie. Das Cumberland betreffend, sagt er: „Der Ku’ -damm hat ausreichend Edel-Boutiquen und Geschäfte. Aber eine gehobene Gastronomie im Stil des „Grosz“, die nun auch in das Cumberland eingezogen ist, gepaart mit einer noblen Wohnadresse, ist etwas Neues. Davon braucht man hier mehr!“

Lange stand der Gebäudekomplex leer. Verschiedene Investoren hatten sich versucht. Viele Ideen, das denkmalgeschützte Objekt zu nutzen, sei es als Luxushotel oder Einkaufspassage, wurden über die Jahre verworfen, bis die Unternehmer Thomas Bscher sowie Dirk Germandi und Detlef Maruhn das Cumberland im Juli 2010 kauften und mit viel Geld und Liebe zum Detail sanieren ließen.

Die Mischung von Gewerbenutzung direkt am Kurfürstendamm und von Wohnen zwischen erstem Innenhof und Lietzenburger Straße gilt als eines der Geheimnisse für den Erfolg des Projekts. „Wichtig ist, Respekt vor den alten Gebäuden zu haben“, sagt Investor Dirk Germandi, der für Marketing und Vertrieb der 166 Wohnungen und siebzehn Penthäuser in dem Komplex zuständig war.

So sind die Investoren von den weitreichenden Umbauplänen ihrer Vorgänger abgerückt und haben das Gebäude in seiner Grundstruktur nur dort verändert, wo es notwendig war. Sehr zur Freude der unteren Denkmalschutzbehörde Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, die die Entwicklung des dreifach geschützten Gebäudes, – Ensembleschutz, Garten- und Einzeldenkmal, – eng begleitet hat.

Heraus kamen attraktive und zeitgemäße Grundschnitte mit vielen durchgesteckten, also beidseitig belichteten Wohnungen, meterhohen Decken und edlen Parkettfußböden. „Nach nur sieben Monaten hatten wir das Objekt vollständig verkauft“, sagt Dirk Germandi. Heute habe das Gebäude mit Tiefgarage, neuen Fenstern, Türen, Fahrstühlen, Fußboden-Heizung und vielem mehr „absoluten Neubau-Standard mit Altbau-Flair“.

Die Vermietung läuft noch auf Hochtouren. Bereits zwanzig Wohnungen sind im Cumberland Haus bezogen, alle sind verkauft und etliche auch schon vermietet. Dennoch gibt es noch freie Wohnungen in dem Gebäudekomplex. Weitere Informationen zum Haus findet man dazu im Internet unter cumberland-kurfuerstendamm.de