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Mietwohnung: Blumenkästen auf dem Balkon befestigen ++ Verwalterbestellung: Alternativangebote vorher einholen

Blumenkästen auf dem Balkon befestigen

Balkone gehören zur vermieteten Wohnung. Mieter haben daher auch das Recht, dort Blumenkästen oder -töpfe aufzustellen. Die Voraussetzung: sie müssen so befestigt werden, dass sie auch bei starkem Wind nicht hinabstürzen und Passanten oder Nachbarn gefährden können, erklärt der Deutsche Mieterbund in Berlin. Ist das gewährleistet, dürfen Blumentöpfe auch an der Außenseite des Balkons gefestigt werden, entschied das Landgericht Hamburg (Az.: 316 S 79/04). Anderer Ansicht ist allerdings das Landgericht Berlin (Az.: 67 S 370/09). Das Gericht verurteilte einen Mieter dazu, seine Blumenkästen nicht mehr an der Außenseite, sondern an der Balkoninnenseite anzubringen. Anderenfalls sei ein Abstürzen der Blumenkästen durch Übergewicht der Pflanzen, Wind oder Materialermüdung nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen. Eventuell herabfallende Blüten oder Blätter müssen die unter dem Balkon wohnenden Mieter allerdings dulden.

Alternativangebote vorher einholen

Soll die Wohnungseigentümergemeinschaft in einer geplanten Wohnungseigentümerversammlung einen neuen Verwalter bestellen, reicht es nicht aus, die Wohnungseigentümer vor der Versammlung durch ein Schreiben des Verwaltungsbeirates über die Absicht des Verwaltungswechsels unter Nennung von drei Kandidaten zu informieren. Vor der Bestellung eines neuen Verwalters sind nach einem Urteil des Kölner Landgerichts Konkurrenzangebote einzuholen, und die Angebote sind den Wohnungseigentümern vor der Versammlung zugänglich zu machen (LG Köln, Urteil vom 31.3.2013, 29S 135/12 mit Hinweis auf BGH, Urteil vom 1.4.2011, V ZR 96/10). Diese müssen ausreichend Gelegenheit haben, sich mit den Angeboten zu beschäftigen.