Gastkolumne

Funk oder nicht Funk

Endlich wieder neue Technik im Haus! Der Austausch der Heizkostenverteiler ist in vollem Gange. Die Erneuerung der alten, nach dem Verdunstungsprinzip funktionierenden Geräte hat aber nicht viel mit der berühmten Technikverliebtheit der Deutschen zu tun, sondern mit der Novellierung der Heizkostenverordnung, die Hauseigentümer und Eigentümergemeinschaften (WEG) bis zum Jahresende 2013 verpflichtet, elektronische Messgeräte für den Heizverbrauch einzubauen. Dies gilt auch für Verteiler, die vor Juli 1981 installiert wurden.

Die Maßnahme macht ja Sinn, denn der ermittelte Verbrauchswert ist wesentlich genauer. Laufende Werte können unkompliziert vom Display abgelesen werden, der Stichtagswert bleibt ganzjährig zur Kontrolle im Gerät gespeichert und kann bis zu einem Jahr rückwirkend überprüft und mit der Heizkostenabrechnung abgeglichen werden.

Wie bei allen technischen Geräten hat der Markt auch bei Heizkostenverteilern Neuerungen zu bieten - und wer will nicht die modernste Technik? Sollte man also gleich ein Modell mit Funkmodul nehmen?

Die Funkübertragung hat Vorteile: Keiner muss die Heizkosten ablesen, die Messdaten werden digital an das Abrechnungsunternehmen übertragen. Insofern entfällt ein lästiger Termin im Jahr, an dem man zu Hause auf den Ableser warten musste, oder die noch unangenehmere "Schätzung", wenn man den Termin zu oft verbummelt hat. Auch menschliche Lesefehler, also der berühmte Zahlendreher beim Abschreiben, sind ausgeschlossen.

Das ist alles sehr komfortabel, hat aber auch seinen Preis. Die Anschaffungs- oder Mietkosten sind höher, jede WEG muss entscheiden, wie viel ihr der Komfortgewinn wert ist. Wer sich für die Edelvariante entscheidet, sollte ebenfalls an die Wasseruhren denken. Auch hier gibt es neue Modelle mit Fernlesetechnik, manche Geräte lassen sich auch auf Funk nachrüsten. Es bietet sich an, dies dann zu tun, wenn der Eichaustausch der Wasserzähler gemacht wird. Denn sonst fällt der jährliche Ablesetermin für die Wasserablesung an. Und schließlich gilt: Funkmodul klingt schon sehr hip, oder?

Nächste Woche: Haushaltsnahe Dienstleistungen

Andrea Weickardt ist WEG-Expertin bei der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins