Finanzierung

Zuschuss für neue Haustechnik

Auf dem Weg zu einem energieeffizienten Bau gibt es viele Lösungen. Was Experten raten

Gehen wir davon aus: Sie besitzen ein Einfamilienhaus, Baujahr 1960, im Keller befindet sich ein alter Heizkessel, und Sie wollen so wenig Geld wie möglich in die Sanierung Ihres Hauses stecken. Zugleich gilt es so viel Förderung wie möglich herauszuholen und den Verbrauch an Heizenergie beträchtlich zu senken.

Wie gehen Sie vor? Jens Gebhardt, Experte bei der ZEBAU GmbH Zentrum für Energie, Bauen und Umwelt, rät, zunächst einen Experten heranzuziehen, der das Haus von oben bis unten begutachtet. "Im Rahmen des bezuschussten Energiepasses findet eine solche Überprüfung statt", sagt der Diplom-Ingenieur. Bewertet werde zunächst die Hülle des Hauses, auf dieser Grundlage falle dann die Entscheidung, welche Heizungstechnik zum Zuge kommen und wie groß die Anlage ausfallen sollte.

Anlage für rund 15.000 Euro

"Oft fällt hier die Wahl auf den Einbau eines neuen Gasbrennwertkessels, weil dieser mit circa 6000 bis 9000 Euro inklusive Anschluss relativ kostengünstig ist", sagt Gebhardt. Werde die Technik noch kombiniert mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach, um das Brauchwasser zu erwärmen, habe man eine ausgereifte, gut funktionierende Anlage für etwa 11.000 bis 16.000 Euro im Haus mit geringen Wartungskosten. Wer zudem noch Versorgungsleitungen und Heizkörper neu verlegen und installieren lasse, müsse mit Kosten ab etwa 20.000 Euro rechnen. Einziger Nachteil: Bei diesem Modell setzt man - ebenso wie bei Öl-Brennwerttechnik - noch zu einem Teil auf einen fossilen Energieträger. "Dafür erhält man aber eine ausgereifte Technik mit geringem Ausfallrisiko und einer großen Leistungsspanne", sagt Gebhardt. Auch deshalb werden diese Lösungen mit zehn Prozent der Kosten (maximal 5000 Euro pro Wohneinheit) von der KfW Förderbank im Rahmen des Programms 430 bezuschusst. Wer noch mehr auf erneuerbare Energien setzen möchte, wird schnell auf Wärmepumpen und Pelletheizung verwiesen. "Der Einbau einer Wärmepumpe ist aber nur sinnvoll, wenn das Haus an sich schon energieeffizient ist", sagt Gebhardt. "In einem unsanierten Altbau können sie nur mit hohem Aufwand die erforderliche Spitzenleistung bringen, was die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit deutlich verringern kann." Die Investitionskosten belaufen sich hier schnell auf 20.000 bis 40.000 Euro - je nachdem, welche Art von Technik zum Einsatz kommt: Luft-, Wasser- oder Erdwärmepumpe. Gut veranschaulicht werden Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten auf einem Schaubild der Deutschen Energie-Agentur, die auf ihrer Website (www.dena.de) mit einem Rechner einen schnellen und kostenlosen Erneuerbare-Energie-Check ermöglicht.

Drei Lösungen vergleichen

Hier werden nach Eingabe der wichtigsten Kenndaten des zu sanierenden Gebäudes drei Lösungen (Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpe) gegenübergestellt und Investitionskosten, Energiekosteneinsparung sowie Förderungen miteinander verglichen.