Expertenrat

Ordnung muss sein

Andrea Weickardt ist WEG-Expertin und Teamleiterin bei der STRABAG RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins.

Hausmeister Krause" war der berühmteste von allen: Zehn Jahre lang gab es die TV-Serie, in der Schauspieler Tom Gebhardt in einem Kölner Wohnhaus das Treppenhaus sauber hielt, Glühbirnen wechselte oder den Rasen mähte. "Ordnung muss sein" war der passende Untertitel.

Viele Wohnungseigentümer wünschen sich auch einen Hausmeister Krause (vielleicht etwas weniger schrullig). Aber einen, der immer vor Ort ist, sich um die Pflege des Hauses und Gartens kümmert und Kleinreparaturen anpackt. Es ist eben praktisch, einen Ansprechpartner zu haben, der das Objekt gut kennt und im Notfall schnell erreichbar ist. Insofern ist die Anstellung eines Hausmeisters naheliegend; die Eigentümer treten dann rechtlich als Arbeitgeber auf. Arbeitsmaterialien und Geräte müssen von ihr angeschafft werden. Sie kann auch einen Miteigentümer im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses - etwa als Minijobber auf 400-Euro-Basis - beschäftigen. Dies hat den Vorteil, dass die Belange der Eigentümer auch seine eigenen sind, im Normalfall wird er ein hochmotivierter Hausmeister sein.

Allerdings ist zu beachten, dass neben den Lohnkosten auch Lohnnebenkosten wie Steuern und Krankenversicherungsbeiträge anfallen. Außerdem gibt es Urlaube und Krankenstandszeiten, die nicht nur zu bezahlen sind, es muss auch noch ein Ersatz für Winterdienst oder Hausreinigung gefunden (und bezahlt) werden. Der anfangs so kostengünstig erscheinende Minijobber wird so leicht teurer als erwartet.

Deshalb beauftragen die meisten WEG`n einen Hausmeisterservice. Die Vorteile liegen auf der Hand: In der Regel sind sie rund um die Uhr erreichbar und verfügen über ein breiteres Spektrum an handwerklichem und technischem Können und Gerätschaften. Aber: Wer beim Hausmeisterservice gerade Dienst hat, wird eben geschickt. Die Eigentümer haben Anspruch auf die vereinbarten vertraglichen Leistungen, jedoch nicht auf einen "eigenen" Hausmeister. Eine Alternative könnte ein kleines Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern sein, die man schneller persönlich kennen lernt. Letztlich muss jede WEG entscheiden, welches Modell am besten passt.

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