Interview

"Wärmepumpen sind sparsame Heizsysteme"

Haustechnikplaner Karsten Kosubek über Heizkosten und umweltschonende Lösungen

Eine Wohnanlage mit besonderem Umweltkonzept. Mit dem Verantwortlichen für Haus- und Energietechnik bei Matrix-Living, Karsten Kosubek, sprach der Autor Oliver Klempert.

Berliner Morgenpost:

Die Anforderungen an Energieeinsparung nehmen stetig zu. Was ist in dieser Hinsicht das Besondere an Matrix-Living?

Karsten Kosubek:

Das Matrix-Living-Projekt setzt Maßstäbe bezüglich des geringen Energieverbrauchs und dem damals vorhandenen Stand der Technik: Die Wohnanlage erreicht einen Primärenergieverbrauch von nur 22,6 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Verglichen mit einer Wohnanlage herkömmlichen Energiekonzepts verringern sich dadurch die Heizkosten deutlich auf 42 bis 22 Cent pro Quadratmeter und Monat für Heiz- und Warmwasserkosten. Für eine 120 qm große Wohnung mit einem Verbrauch von 200 Kilowattstunden im Jahr pro Quadratmeter müssen rund 1.885 Euro im Jahr an Heizkosten gezahlt werden. Im Matrix-Living fallen nur 313 bis 520 Euro an.

Wie können solch positive Zahlen bei hohem Wohnkomfort erreicht werden?

Erreicht wurde dies durch intelligente Vernetzung alternativer und konventioneller Wärmeerzeuger, die so geregelt werden, dass jede Wohneinheit bedarfsgerecht mit Energie versorgt wird. Die wichtigsten Säulen des vernetzten Wärmekonzepts sind die Beheizung über Luftwärmepumpen-Technik mit Abluftrückgewinnung, die Nutzung einer thermischen Solaranlage zur Ergänzung des Heizsystems, Fußbodenheizung mit sommerlicher Kühlfunktion über die Wärmepumpenanlage, kontrollierte Wohnraumbelüftung sowie dezentrale Frischwasseraufbereitung.

Weshalb hat man sich gerade für Wärmepumpen entschieden?

Wärmepumpen sind eines der umweltschonendsten und sparsamsten Heizsysteme, die aktuell angeboten werden. Sie ermöglichen individuelle Einbaumöglichkeiten. Einfach ausgedrückt, ist es mithilfe der Wärmepumpe möglich, gespeicherte Sonnenenergie aus dem Boden, aus dem Grundwasser oder aus der Luft in das Heim quasi zu pumpen. Diese gespeicherte Sonnenenergie steht - selbst bei Minustemperaturen - das ganze Jahr kostenlos zur Verfügung. Nur ein Bruchteil an Strom ermöglicht den Betrieb der Wärmepumpe. Dies bedeutet eine erhebliche Reduzierung der Energiekosten und eine Schonung der Umwelt. Nur zusätzlicher Wärmebedarf in Spitzenzeiten wird aus dem Fernwärmenetz gedeckt.

Auf dem Dach des Gebäudes ist eine Solaranlage untergebracht. Welchen Nutzen können die Bewohner aus ihr ziehen?

Die Solaranlage ist ein entscheidender Bestandteil des Energiekonzepts, er besteht aus 126 Kollektoren mit rund 300 Quadratmeter Kollektorfläche, die auf dem Dach der Wohnanlage installiert wurden. Die thermische Energie wird zur Warmwasserbereitung sowie zur Heizungsunterstützung genutzt.

Ein weiterer Baustein Ihres Energiekonzepts ist eine individuelle Wohnraumlüftung. Können Sie diese näher erläutern?

Pro Wohneinheit steuert ein Regler Raumbelüftung, Heizung und Kühlung. Entsprechend des Bedarfs transportieren Lüfter die Abluft aus der Wohnung, was einen leichten Unterdruck erzeugt. Der ermöglicht den Einstrom von frischer Luft. Je nach Höhe der Luftfeuchtigkeit wird mehr oder weniger gelüftet. Dies schützt vor Feuchteschäden und Schimmel.