Neubauprojekt

Fünf Elemente der chinesischen Lehre

Wo früher sich die Läden der Amerikaner befanden, entsteht mit "Fünf Morgen" eine der größten Wohnanlagen Berlins

Zehlendorf und Dahlem sind im alten West-Berlin sehr von amerikanischer Kultur geprägt gewesen. Vor allem die Kreuzung Clayallee/Argentinische Allee/Saargemünder Straße war der Höhepunkt der amerikanischen Präsenz. An der Clayallee war das Einkaufszentrum "Truman Plaza" der in Berlin stationierten US-Soldaten, auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich heute noch das Generalkonsulat der USA und in der Saargemünder Strasse war der Radiosender AFN der US-Streitkräfte.

Genau dort, wo früher sich die Geschäfte der GIs befanden, entsteht nun mit "Fünf Morgen" eine der größten Wohnanlagen Berlins. Zwei große Granitsteine mit der Inschrift "Truman Plaza" sollen später auf dem Grünstreifen an der Clayallee an die frühere Geschichte des Standortes erinnern. "Die Freude, an so einem historischen Standort etwas Besonderes zu kreieren, ist für uns eine große Herausforderung. Auch die Natur, die schönen Häuser in der Umgebung und die Vielfalt der Architektur haben bei unserer Entscheidung eine große Rolle gespielt", sagt der Bauherr Ludwig Maximilian Stoffel. Der Name des Projekts hat chinesischen Hintergrund. Die Zahl Fünf wird in der chinesischen Lehre mit den fünf Elementen Holz, Feuer, Wasser, Erde und Metall assoziiert. In der Mitte der Wohnanlage wird es später einen See geben, dessen Wasserarme sich in alle Richtungen ausdehnen. Der Begriff "Morgen" bezeichnet ein altes Flächenmaß für eine Acker- und Weidefläche, die von der Familie bearbeitet werden konnte und die eigene Versorgung sicherstellte. Dementsprechend sollen später die Bewohner der Siedlung im eigenen Garten Gemüse und Kräuter anbauen können. Stoffel will ein "Urban Village", ein Dorf in der Stadt, kreieren - dazu Geschäfte, Supermarkt, Gastronomie, Arztpraxen, Wellnesscenter und Kita.

Mit der Bebauung der Gewerbeflächen wurde vor anderthalb Jahren begonnen, mit dem Bau der Wohneinheiten im Februar. Die Erdarbeiten sind fast abgeschlossen, nun wird der See angelegt, der später ein bisschen "an Venedig erinnern sowie Ruhe und Romantik ausstrahlen soll". Rund 100 Wohneinheiten entstehen auf dem Areal.

Die Bandbreite reicht von Apartments, Penthouses, Townhouses und Doppelhäusern bis hin zu Villen. Alle sind Eigentumsimmobilien. "Es ist eine klare und moderne Architektur. Durch Farben und Materialien wird eine besondere Wärme ausgestrahlt, große Fenster ermöglichen eine Beziehung zur Natur", betont Giovanna Stefanel-Stoffel.