Gastkolumne

Qual der Wahl, wer verwaltet

Eine Eigentümergemeinschaft hat die Qual der Wahl.

Die Angebote verschiedener Hausverwaltungen sind eingeholt, und für Eigentümer und Verwaltungsbeirat heißt es nun: Welche nehmen wir nur? Bereits die äußere Form der Angebotsunterlagen gibt einen ersten Hinweis auf die Professionalität der jeweiligen Verwaltung. Hat man sich bei der Angebotserstellung Mühe gemacht, wird man dies auch in der täglichen Arbeit tun. Eine vorherige Besichtigung der Eigentumsanlage oder Gespräche mit dem Beirat sind Anzeichen dafür. Nach Prüfung von Preis- und Leistungsspektrum wird meist eine Vorauswahl getroffen. Mit jenen, die in die engere Wahl kommen, können Detailfragen in einem persönlichen Gespräch abgeklärt werden - und der Kreis der infrage kommenden Verwaltungen wird weiter eingeschränkt. Mehr als drei Bewerber sollten sich nicht als mögliche Neue in der Eigentümerversammlung präsentieren. Eine größere Anzahl sprengt den Rahmen der Veranstaltung und macht den Entscheidungsprozess schwieriger. Ist eine Einigung gefunden, muss ein Beschluss zur neuen Verwalterbestellung ordnungsgemäß durchgeführt werden. Sofern nicht andere Festlegungen in der Teilungserklärung getroffen sind, reicht für die Bestellung eine einfache Mehrheit. Der Name der Verwaltung, die Dauer der Bestellzeit und die anfallenden Verwaltungskosten sind Minimalinhalt des Beschlusstextes. Es ist sinnvoll, die Laufzeit des Vertrags an die Bestellzeit der Verwaltung anzupassen. Zusätzlich sollte man festlegen, wer den Vertrag für die Gemeinschaft unterzeichnet. Da in den meisten WEG-Anlagen eine Zustimmung des Verwalters beim Verkauf einer Wohnung nötig ist, muss die Niederschrift der Versammlung von einem Notar beglaubigt und beim Grundbuchamt eingereicht werden. Sind alle Formalitäten erledigt, kann es losgehen. Ein professioneller Verwalter wird die Unterlagen vom Vorverwalter zügig übernehmen, sich in die Belange der Eigentümergemeinschaft einarbeiten und so zeigen, dass die Entscheidung für ihn die richtige war.

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