Finanzierung

Mehr als jeder Zweite traut sich den Immobilienerwerb zu

Selten waren die Bundesbürger so zuversichtlich, die Finanzierung gut stemmen zu können. Grund ist auch die Konjunkturlage

Die Euphorie ist zurück: Aktuell sehen 58 Prozent der Deutschen einen guten Zeitpunkt, eine Immobilie günstig zu finanzieren. Damit sind die Bundesbürger beim Thema Immobilienerwerb so zuversichtlich wie seit langem nicht mehr. Das geht aus dem Comdirect Stimmungsindex Baufinanzierung hervor, aufgezeichnet von Forsa. Allerdings gilt dies nur begrenzt für junge Erwachsene: Hier ließen sich nur 31 Prozent (Januar: 44 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen von der Euphorie anstecken. Das ist der niedrigste Wert seit November 2008. Bei den 45- bis 59-Jährigen hingegen legte er gegenüber Januar von 60 auf 69 Prozent zu. Männer (63 Prozent) sind beim Immobilienkauf nach wie deutlich positiver gestimmt als Frauen (52 Prozent). Grund für den Stimmungswandel ist auch das hohe Selbstvertrauen der Bundesbürger in die eigenen Fähigkeiten: So geht mit 45 Prozent fast jeder zweite Befragte davon aus, die Finanzierung derzeit stemmen zu können (Januar: 43 Prozent). Auch hier sind die jungen Erwachsenen mit 23 Prozent weniger zuversichtlich als im Vormonat, während der Optimismus der 45- bis 59-Jährigen (52 Prozent) gegenüber Januar (43 Prozent) stark gestiegen ist.

"Angesichts der vergleichsweise guten Konjunktur in Deutschland trauen sich offenbar wieder mehr Bundesbürger eine größere Investition zu. Das verschafft Immobilien neuen Auftrieb, zumal die Sparzinsen nach wie vor niedrig sind", sagt Jan Enno Einfeld, Leiter Beratung bei Comdirect. "Allerdings bleibt die jüngere Generation skeptisch, ob die europäische Schuldenkrise auch künftig an der deutschen Wirtschaft vorbeizieht." Weitere Ergebnisse: 65 Prozent der Deutschen würden für die Finanzierung der eigenen Wände ein Hypothekendarlehen einsetzen, 59 Prozent auf eigene Ersparnisse zurückgreifen und 56 Prozent zudem auf einen Bausparvertrag.