Energie

Check-up für den Öltank

Sind die Behälter undicht, stellen sie ein Umweltrisiko dar. Eine geplante Neuregelung könnte viele Haushalte betreffen

Leckt ein Heizöltank, kann das Öl in Boden oder Abwasser fließen. Das schadet der Umwelt. Deshalb gibt es für das Aufstellen und den Betrieb von Heizöltanks gesetzliche Anforderungen. Noch regeln die Bundesländer, wann, wie oft und welche Tanks Experten überprüfen müssen.

Die Bestimmungen der Länder sollen in die bundesweit einheitliche Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) übergehen, sagt Thomas Uber vom Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Der Bund habe die Vereinheitlichung der Regelungen in Angriff genommen. Grund sind die Föderalismusreform und die damit verbundenen Änderungen im Wasserhaushaltsgesetz. "Ein erhöhtes Umweltrisiko, etwa durch Sicherheitsmängel bei den bestehenden Tanks, ist aber nicht der Anlass für die neue Anlagenverordnung", sagt der Experte.

2012 gab es nach IWO-Auskunft 5,85 Millionen Ölheizungen in Deutschland und fast genauso viele Tanks. "Nach den bisherigen Regelungen werden neue Erdtanks sowie neue oberirdische Tanks für mehr als 1000 Liter bei der Inbetriebnahme geprüft", sagt Uber. Alle fünf Jahre müssen Kontrollen folgen, wenn es sich um einen Erdtank, einen oberirdischen Tank mit Fassungsvermögen von mehr als 1000 Litern in einem Wasserschutzgebiet oder einen großen Tank mit mehr als 10.000 Litern handelt. Alle zweieinhalb Jahre müsse ein Tank überprüft werden, wenn er unterirdisch untergebracht ist und in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Die angestrebte bundesweite Verordnung könnte zusätzliche Auflagen vorsehen, die Millionen Hausbesitzer betrifft. Der Gesetzgeber möchte eine regelmäßige Kontrolle für oberirdische Heizöltanks ab 1000 Liter einführen, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Das gelte auch für Tanks, die nicht in Wasserschutzgebieten liegen.

Nach Schätzung des Grundeigentümerverbandes sind von dieser möglichen Regelung etwa vier Millionen Öltankbesitzer zusätzlich betroffen, darunter viele Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Eigentümer müssten dann wohl alle zehn Jahre eine Prüfung durch einen Sachverständigen in Auftrag geben, sagt Happ. Eine Tankprüfung sei aber keine teure Sache: Die Kosten liegen bei 100 Euro, richten sich aber nach dem Aufwand.

Die Mineralölwirtschaft unterstütze zwar prinzipiell eine bundeseinheitliche Verordnung, sagt Uber. "Sie sieht aber keinen Bedarf für Verschärfungen der bisherigen Länderregelungen." Denn private Heizöltanks treten in der Statistik von Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen so gut wie nicht in Erscheinung. Deshalb stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit, eine große Zahl privater Haushalte finanziell zusätzlich zu belasten.

Ob und wann die regelmäßige Prüfung von oberirdischen Heizöltanks kommt, ist noch offen. Der Entwurf ist in den vergangenen zwei Jahren mehrfach überarbeitet worden. Das Bundesumweltministerium hat ihn im Januar 2012 zur Abstimmung in die anderen Bundesministerien gegeben, eine Einigung wurde bislang nicht erzielt.

"Aktuell ist alles noch in der Schwebe", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Sie betont: Im Augenblick müsse noch kein Hausbesitzer tätig werden, der nicht auch schon bisher seinen Tank regelmäßig checken lassen musste. Und Verbraucher sollten sich nicht irritieren lassen - "vor allem nicht von Firmen, die an der Haustür klingeln und mit dem Hinweis auf die angeblich neue Pflicht schnelle Geschäfte machen wollen". Denn nur qualifizierte Sachverständige dürfen den Heizöltank prüfen - "und solche klingeln sicher nicht an der Haustür".

Sollte die Verordnung in Kraft treten, müssen die Hausbesitzer wohl unterschiedlich tätig werden, sagt Reinhold-Postina. Während manche Bundesländer die Besitzer der betroffenen Heizöltanks dann anschreiben und zur Kontrolle auffordern werden, dürften andere nach derzeitigem Stand darauf verzichten. "Dann müssen die Besitzer selbst aktiv werden und ihren Melde- und Prüfpflichten nachkommen", sagt die Expertin. "Sie stehen in der Betreiberverantwortung." Über den Stand der Dinge können zum Beispiel die Wasserbehörden Auskunft geben.