Gesundheit

Legionellen-Erreger lieben warmes Wasser

Regelmäßige Wartung bei Großanlagen wichtig. Gefahr auch bei leer stehenden Wohnungen

Das Nutzerverhalten bei Trinkwasser hat Einfluss auf die Vermehrung von Legionellen. Darauf weist das Trinkwasserlabor Triwalla hin. "In Warmwasserleitungen, in denen das Wasser länger steht, finden Legionellen ideale Lebensbedingungen. Darum ist es wichtig, die Leitungen regelmäßig heiß durchzuspülen - besonders bei leer stehenden Wohnungen", sagt Michael Solvie, einer der Geschäftsführer des Labors. Dieses kommt jetzt auf Basis einer Auswertung von 2600 Proben zu dem Ergebnis: Bei bis zu 20 Prozent der größeren Trinkwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern muss mit einem Befall mit Legionellen gerechnet werden. Solvie weiter: "Von anderen Marktteilnehmern wissen wir, dass eine Überschreitung der Grenzwerte bei acht bis zehn Prozent aller Großanlagen in Deutschland realistisch ist." Dementsprechend wichtig seien regelmäßige und gründliche Untersuchungen.

Legionellen können beim Einatmen die sogenannte Legionärskrankheit auslösen, an der schätzungsweise jährlich 3000 Menschen in Deutschland sterben. Die Trinkwasserverordnung schreibt daher seit November 2011 die regelmäßige Kontrolle von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung in Mietobjekten vor. Unter Großanlagen fallen solche mit einem Speichervolumen von mehr als 400 Litern und/oder einem Leitungsinhalt zwischen Erwärmer und entferntestem Nutzer von mehr als drei Litern.

In dem Ratgeber "Trink was - Trinkwasser aus dem Hahn" warnt das Umweltbundesamt davor, Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, für die Speisezubereitung zu nutzen. Er kann kostenlos unter www.uba.de heruntergeladen werden. Für Vermieter bedeutet dies: Kommt es zu einem längeren Wohnungsleerstand dürfen sie es nicht nur bei der Beheizung und Belüftung der Wohung belassen. "In einem solchen Falll muss die Wasserversorgung über Stockwerksabsperrarmaturen abgesperrt oder - bei einer Nichtnutzung über ein Jahr - sogar abgetrennt werden", rät Ingomar Wollschlaeger, Spezialist für Wasseraufbereitungsanlagen in Berlin. Ein erneuter Anschluss dürfe nur das zuständige Wasserversorgungsunternehmen oder ein Installationsunternehmen vornehmen.