Finanzierung

Bausparkassen dürfen Sparrate nicht einseitig ändern

Weil der Verlust auf Wohnungsbauprämie droht, sollten Kunden schriftlich widersprechen. Zur Not den Ombudsmann anrufen

Alte Bausparverträge bieten gute Zinsen. Viele Kunden mit solchen Verträgen bekommen daher Verbraucherschützern zufolge derzeit Probleme mit ihrer Bausparkasse. Wollen sie etwa über die Mindestanspar- oder die vereinbarte Bausparsumme hinaus Geld in den Vertrag einzahlen, setzen die Anbieter dem Grenzen. "Das ist grundsätzlich auch rechtlich zulässig", sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Allerdings dürfen es die Bausparkassen nicht zu weit treiben."

Nicht zulässig ist es aus Sicht der Verbraucherschützerin, wenn die Bausparkasse einseitig die vereinbarte Sparrate herabsetzt. Der Grund: Die Kunden haben dann keinen Anspruch mehr auf die volle Wohnungsbauprämie. Verbraucher würden durch dieses Vorgehen benachteiligt. Denn die Nutzung der maximalen staatlichen Förderung sei ein wesentlicher Vertragszweck.

Kunden sollten daher nicht einfach klein beigeben: "Zahlen Sie einfach den vereinbarten Betrag weiter", empfiehlt Heyer. "Außerdem sollte man der Bausparkasse schriftlich mitteilen, dass man der Verringerung der Sparrate widerspricht." Sollte sich die Kasse darauf nicht einlassen, könnten Kunden sich an den Ombudsmann wenden.

Nach dem Schock der Finanzkrise suchten viele Bürger einen soliden Hafen für ihr Geld und stürmten regelrecht die Bausparkassen. Denn auch wenn Bausparverträge altmodisch erscheinen, sie versprechen doch eine sichere Geldanlage. Und so vermeldet die Gruppe der zehn Landesbausparkassen (LBS) im abgelaufenen Jahr 2012 erneut ein wachsendes Neugeschäft. Mit 1,4 Millionen neuen Verträgen konnte ein Plus von 3,3 Prozent verzeichnet werden. Die Bausparsumme von 37,1 Milliarden Euro erreichte mit einem Anstieg um 3,9 Prozent das bisherige Rekordvolumen aus dem Jahr 2003.