Gastkolumne

Auf der sicheren Seite

Ingo Schatz, WEG-Experte und Teamleiter der Strabag RPS, einem der größten WEG-Verwalter Berlins.

Die schlechte Nachricht zuerst: Sicherheit gibt es nicht. Also ist es Schicksal, wenn ein Rohr bricht, das Haus abbrennt, eine Gasleitung explodiert? Nicht ganz, denn die halb gute Nachricht besagt: Man kann das Risiko vermindern. Dass dies nicht nur jeder Einzelne tun sollte, sondern die ganze Hausgemeinschaft, das hat sich noch nicht bis zu jedem Wohnungseigentümer oder Vermieter durchgesprochen.

Denn: Eine gesetzliche Pflicht, Anlagen von Strom, Wasser oder Gas auf ihre technische Sicherheit hin zu überprüfen, gibt es nicht. Die Untersuchungen erfolgen freiwillig, müssen von Fachfirmen übernommen werden - und kosten Geld. Aber im Falle eines Falles ersparen sie eine Menge Ärger mit der Versicherung. Ein guter Verwalter wird die Wohnungseigentümer auf die Sicherheitsrisiken sowie sinnvolle Überprüfungen aufmerksam machen. Die Gemeinschaft stimmt per Mehrheitsbeschluss ab, ob sie eine Prüfung vornehmen wird.

Feuer ist lebensgefährlich. Die meisten Wohnungsbrände werden durch Fehler in der Elektrik ausgelöst. Aber selbst wenn keine Personen zu Schaden kommen, ist das Ausmaß eines Kabelbrandes in einem Wohnhaus verheerend. Was das Feuer nicht kaputt macht, wird durch das Löschwasser verwüstet. Eine mögliche Vorkehrung ist ein E-Check, bei dem die gemeinschaftliche Stromversorgung des Gebäudes von einem Elektrofachbetrieb unter die Lupe genommen wird. Der Verband für Elektrotechnik VDE empfiehlt, diese Untersuchung alle vier Jahre durchzuführen. Zur Prüfung der Gasanlage hält die TRGI 2008, die Technische Regel für Gasinstallation, eine Regelung bereit: Hiernach ist sowohl alle zwölf Jahre eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung als auch eine jährliche Sichtprüfung vorgesehen.

Risiken durch einen Rohrbruch sind zwar nicht lebensbedrohlich, Kosten für Trocknung und Renovierung liegen aber häufig im fünfstelligen Bereich. So ist jeder Bewohner gut beraten, Arbeiten immer von Fachpersonal ausführen zu lassen, um seine Haftpflichtversicherung nicht über Gebühr zu beanspruchen. 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Regelmäßige Überprüfungen vermindern aber das Risiko ...

Nächste Woche: Vorbereitung der Eigentümerversammlung