Recht

Was bei Haushaltshilfen wichtig ist

Minijobber haben Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung

Viele Haushalte holen sich eine bezahlte Hilfe. Ende 2012 waren erstmals mehr als 250.000 Minijobber in Privathaushalten gemeldet. So viele Arbeitsverhältnisse zählte die Minjob-Zentrale in Essen. Tatsächlich dürften weit mehr Menschen als Haushaltshilfen arbeiten: "Wir gehen von einer Schwarzarbeitsquote von weit über 50 Prozent aus", sagt Christian Schirk von der Minijob-Zentrale.

Auch deshalb hat der Gesetzgeber eine großzügige steuerliche Abzugsfähigkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen vorgesehen: "Der Arbeitgeber kann 20 Prozent seiner Kosten direkt von seiner Steuerschuld abziehen", sagt Schirk. Bis zu 510 Euro könnten Privathaushalte so jährlich absetzen.

Bei Minijob-Zentrale melden

"Unterm Strich bringt das mehr als die Sozialabgaben, die für einen Minijob abgeführt werden müssen", sagt Elke Wieczorek, Geschäftsführerin des Berufsverbands der Haushaltführenden (DHB). Dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden: "Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die man auch selbst erledigen kann", sagt Wieczorek. Als Minijob galt eine Arbeit bislang, wenn dabei nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient wurden. Seit dem 1. Januar sind 450 Euro erlaubt.

Ein Vorteil von Minijobs ist das vereinfachte Meldeverfahren: "Wer auf 450-Euro-Basis im Haushalt beschäftigt ist, muss an die Minijob-Zentrale gemeldet werden", sagt Schirk. "Wir melden den Beschäftigten bei den Sozialversicherungen an." Auf der Website der Zentrale gibt es ein Formular, das Arbeitgeber und -nehmer ausfüllen müssen.

"Wir machen die komplette Buchhaltung, die sonst der Arbeitgeber übernehmen würde", sagt Schirk. Im Gegenzug erteilt der private Arbeitgeber der Minijob-Zentrale eine Einzugsermächtigung für alle Abgaben. Dieser Arbeitgeberanteil beträgt etwa 14 Prozent des Lohns. Darin enthalten sind Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung, eine Pauschalsteuer und der Beitrag für eine Unfallversicherung.

Beiträge zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen an, wenn die Verdienstgrenze überschritten wird: "Ab 450 Euro greift die volle Sozialversicherungspflicht", sagt Lutz Tillack von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG). Der Arbeitgeber muss die Haushaltshilfe bei einer Krankenkasse anmelden und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Bis zu einem Gehalt von 850 Euro gibt es eine Gleitzone, in der die Beiträge langsam steigen. "Es ist sinnvoll, einen Steuerberater mit der Angelegenheit zu betrauen", sagt Elke Wieczorek.

Obergrenze sind 450 Euro

Fallen lauern auch an anderer Stelle: So muss Beschäftigten im Haushalt ein Mindestlohn gezahlt werden. Zwar gebe es keine Tarifverträge für Privathaushalte, sagt Christian Schirk. Würden jedoch weniger als zwei Drittel eines vergleichbaren Tariflohns gezahlt, liege ein sittenwidrig niedriger Lohn vor.

Das kann teuer werden: "Werden die 450 Euro rückwirkend überschritten, können Rentennachforderungen auf Sie zukommen", sagt Wieczorek. Eine Richtschnur sind die von der Gewerkschaft NGG ausgehandelten Tarife.

Daneben gebe es noch weitere Punkte, auf die es beim Beschäftigungsverhältnis ankomme, sagt Tillack. "Der Arbeitnehmer hat auch im Haushalt ein Recht auf einen Arbeitsvertrag." Doch auch für die Arbeitgeberseite kann ein solcher Vertrag wichtig sein: "Der Arbeitnehmer darf nicht mehrere Minijobs haben und damit auf mehr als 450 Euro kommen", warnt Wieczorek. Sonst werde die Verdienstgrenze überschritten. "Man sollte sich schriftlich bestätigen lassen, dass dies nicht der Fall ist."