Ratgeber

Gute und schlechte Baupartner erkennen

Als potenzieller Bauherr sollte man sich im Vorwege die Qualität in Referenzprojekten anschauen

Die hohe Nachfrage nach Immobilien ruft Betrüger auf den Plan. "Lukrative Märkte locken Geschäftemacher und sogar manche Bauträger, die sich mit unlauteren Mitteln ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen", sagt Michael Balek, Chefprojektentwickler der Euro Grundinvest. Interessenten sollten sich deshalb auf dem Immobilienmarkt nicht zu Entscheidungen hinreißen lassen und bei der Suche auf gute Referenzen achten und Referenzobjekte auch zu begutachten. "Damit macht man sich ein Bild von der Qualität der Arbeiten", sagt Balek.

Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter versuchen, einen unter Druck zu setzen - etwa durch den Hinweis, dass es noch andere Interessenten gibt. Wenn dann auch noch gesetzliche Fristen bei der Vertragsunterzeichnung umgangen werden müssen, gilt es Abstand zu nehmen. Nicht grundlos schreibt das Rechtssystem vor, dass der Vertragsentwurf dem Käufer mindestens 14 Tage vor dem Notartermin vorliegen muss. Diese Zeit der Prüfung sollte man unter Hinzuziehung von Experten nutzen.

Skepsis ist auch geboten, wenn mit sogenannten "Schnäppchen" geworben wird oder der Bauträger anbietet, die Finanzierung gleich mit abzuwickeln. Wer zusätzlich Vergleichsangebote einholt, kann erfahrungsgemäß einige tausend Euro sparen. Vertriebsprofi Balek verweist außerdem auf Fälle, bei denen Betrüger Kreditinstitute mit falschen Angaben zum Einkommen der Kreditnehmer getäuscht hatten. "Dort ist zwar zunächst eine Finanzierung zustande gekommen, später konnten jedoch die unwissenden Immobilienkäufer die Darlehensraten nicht mehr zahlen."

Wer ganz sicher gehen will, denkt im Weiteren an ein baubegleitendes Controlling (TÜV Nord, DEKRA, Verbraucherzentrale, Verband Privater Bauherren). Außerdem bietet sich Bauherren seit Kurzem die Möglichkeit, einen Treuhänder zwischen sich und beauftragten Handwerkern zu installieren. "Wir stellen für Bauherren kostenlos sicher, dass Baufirmen Geld nicht eventuell für eine Quersubventionierung nutzen", sagt Markus A. Manke von der Hamburger Treuhandwerk GmbH und verweist auf die Insolvenz der IBG in Büdelsdorf. "670 Bauherren stehen jetzt im Regen. Es ist die Rede von 50 Millionen Euro Verbindlichkeiten und Mängelanzeigen." Mit der Treuhandwerk als Zwischenstelle wäre so etwas nicht passiert. "Wir zahlen nur aus, wenn eine Leistung erbracht wurde." Eine Zahlung nach Baufortschritt gebe diese Sicherheit nicht. Wieder verweist Manke auf die IBG. "Ihr Zahlungsplan sah vor, dass Bauherren für den Bauantrag etliche tausend Euros berechnet wurden. Dabei kostet er nur wenige hundert Euro."