Einrichtung

Betonlook, Schlangenlinien und Blumenmuster an der Wand

Aktuelle Tapetentrends von der Kölner Möbelmesse

- Die Wand hat Risse, der Putz bröckelt ab: Graue kahle Wände, die aussehen wie blanker Beton oder kurz vor dem Abriss, sind der neue Trend bei Tapeten. Das zeigte das Deutsche Tapeten-Institut auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln. Den als Shabby-Chic bezeichneten Stil kennt man bereits von Möbeln. Diese dürfen etwas kaputt sein oder Spuren von jahrelangem Gebrauch haben. Entsprechend sehen neuerdings auch manche Tapeten aus wie auf alt getrimmte Holzpaneelen, erklärte Institutsgeschäftsführer Karsten Brandt auf der IMM.

"Vor 30 Jahren waren Holzwände oder auch rote Ziegelmauern der Inbegriff von Spießigkeit", sagt Brandt. "Man muss sich eigentlich wundern, warum das wieder im Trend ist." Das liege wohl auch an der neuen Beschaffenheit der Tapeten. "Die Mehrheit der Tapeten ist heute nicht mehr glatt, sondern hat Struktur." So kann man Holzmaserungen oder Steinoberfläche fühlen - und sogar Schlangenmuster mit entsprechender Oberflächenstruktur.

Textile Oberflächen sind ein weiterer Trend. Diese Tapeten, die sich samtig wie aus Stoff anfühlen, haben häufig Blumenmuster. Diese sind ohnehin Dauerbrenner und gehören überdies zum Shabby Chic. Bei der in Sandtönen gehaltenen Tapete "Birdcage Walk" unterstreichen klassische Muster wie Ranken und Vogelkäfige den nostalgischen Charme dieses Stils.

Ferner zeigen sich immer mehr opulente Muster. "Der Trend Barock ist goldig und verschwenderisch", sagt Brandt. "Heute entscheiden sich viele eher für das Aufwendige und Farbige, denn man wechselt nicht wie früher die Tapete nur alle sieben Jahre." Grund dafür sei eine verbesserte Zusammensetzung. So lassen sich Vliestapeten aus einem Zellulosegemisch leicht von der Wand abziehen.